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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 4 · p. Seite 299

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 4
Article
Die geschlechtliche Stellung des Weibes in Gen 2 und 3
Date
1935-01-01
Page
Seite 299 (sequence 19)
Language
German
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IRI
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Die geschlechtliche Stellung des Weihes in Gen, 2 und 31 299 Jedenfalls steht nunmehr fest, daß nur jüdische, nicht aber christliche, weder katholische noch protestantische Exegese die sexuelle Beziehung von Gen 3*6 Schluß erkannt und herausgestellt und damit wenigstens an d i e s e r Stelle jenes wohlbekannte, vor 25 Jahren festgelegte, klagende Urteil über den Fortschritt der Bibelwissenschaft abgetan hat- Es steht nämlich bei Abraham Geiger (״Leben und Lebenswerk", hrsg. von Ludwig Geiger u. a., Berlin, 1910) S. 327 zu lesen: ״An dem schneilen Fortschritt der Bibelwissenschaft im letzten Menschenalter haben jüdische Gelehrte nur sehr geringen Anteil. Selbst das entschieden freisinnige Judentum, das den kritischen Standpunkt prinzipiell anerkennt, hat leider völlig versagt und die Bibelwissenschaft bis heute der protestantischen Theologie als unbestrittene Domäne überlassen". 11. Freilich käme es nun noch darauf an (das erst würde das letzte und ausschlaggebende Wort sein), zu prüfen, wer hier im Recht sei: ob die alte jüdische Exegese oder die neuzeitliche protestantische Theologie, die jener an dieser Stelle bis zur Stunde (ob bewußt oder unbewußt) die Gefolgschaft versagt hat. Und dies tun wir auf Grund von sowohl 1 e x i k a l i s c h e n wie grammatischen Tatbeständen, die unserer Deutung zu Hilfe zu kommen scheinen. L e x i k a 1 i s c h steht fest, daß משל zumeist von Gott oder Menschen im Sinn von herrschen, d. i. Herr sein, als einem Dauerzustand gebraucht wird. Daneben aber auch von Einzel- Entscheidungen, die im Augenblick zu treffen sind, als Ausfluß bestehender dauerhafter oder vorübergehender entscheidender (Herrscher-) Gewalt. So Gen 47, wo es sich um die Herrschaft über die Sünde in Form der Entscheidung darüber handelt, ob der Mensch ihr nachgeben wolle oder nicht. Diese Stelle bietet eine genaue Parallele zu 316: beide Male wird ein Verlangen geltend gemacht, und der, an den es gerichtet wird, hat sich zu entscheiden, ob er folgen will oder nicht. Einmal verlangt das Weib nach dem Mann, sodann die Sünde nach Kain; in beiden Fällen hat sich der Angegangene zu entscheiden, so oder so. Ähnlich gelagert sind Spr 1632: wer über seine Leidenschaft herrscht, d. i. sie für den Augenblick zähmt; Ex 218: der Herr 20*

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