Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die geschlechtliche Stellung des Weibes in Gen 2 und 3
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 298 (sequence 18)
- Language
- German
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- Rashi 1× ep/1002670
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298 Julius Boehmer von Geldstrafen zur Leistung des Debitum anzuhalten bemüht ist (Ketubot 5ף), so ist auch diese Weisung grundsätzlich, nicht aber ״für jeden Einzelfall der Zuwiderhandlung“ (um in modernem Juristendeutsch zu sprechen) gemeint gewesen. Kurz und deutlich gesprochen: eine sog. Josephs-Ehe gilt unter allen Umständen als unzulässig. Noch soll der Hinweis auf Erubin 100b s. S. 294 wiederholt werden. Es heißt dort genauer >,Nach deinem Mann gehe dein Sehnen“ (Gen 316), das erinnert daran, wie die Frau sich nach dem Manne sehnt, wenn dieser auf Reisen ist. ״Und er soll dir gebieten“, das meint, wie die Frau nur mit dem. Herzen (und dies ist eine gute Eigenschaft der Frau) den Verkehr fordert, der Mann hingegen mit dem Munde.“ Vgl. o. Mag aber auch, was Targum und Mischna, Midrasch und Karäer zur Sache beitragen, etwas unklar und unsicher erscheineu, auch mancherlei zu fragen lassen* so ist dagegen ganz eindeutig, was der angesehenste mittelalterliche Erklärer Raschi zu Gen 316 erörtert: ,>Auf deinen Mann richte sich dein Sehnen“, nämlich wegen des ehelichen Verkehrs. Trotzdem darfst du nicht etwa die Stirn haben, diesen Verkehr vom Mann zu fordem. Sondern ״er hat dir zu gebieten“, das heißt: hier hängt alles von ihm, nicht von dir ab21“. Vielleicht dürfen wir aber auch einen (wirklichen oder scheinbaren) Ausnahmefall (den einzigen, der mir bekannt geworden ist) aus älterer Zeit erwähnen. Zu einer neuzeitlichen Übersetzung nämlich, deren Urheber möglicherweise noch Be- Ziehungen zur jüdischen Bibelwissenschaft des Mittelalters hatte, ist folgendes festzustellen: G. Diodati (1576—1649), La sacra bibbia (Roma, 1607, Ausgäbe 1888), übersetzt, sachgemäß gesehen, unrichtig; dem Sinne nach aber zutreffend: ״deine Wünsche (d. L deren Erfüllung) werden von deinem Mann abhängen, und er wird über dich gebieten“ (nämlich ob er sie erfüllt); wobei freilich der Druck erkennbar macht, daß die Worte ״werden abhängen“ erläuternder Zusatz des Übersetzers sein wollen. 21 Auch diese Stelle verdanke ich Herrn Professor I. Heinemann. Man nehme endlich noch hinzu, was W. Bacher, Aggada der Tannaiten, Band I (zweite Auflage) S. 363 von der Herrschaft des Mannes sagt