Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die geschlechtliche Stellung des Weibes in Gen 2 und 3
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 16)
- Language
- German
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296 Julius Boehmer Phiions griechische und jüdische Bildung (Kulturvergleichende Untersuchungen zu Phiions Darstellung der jüdischen Gesetze). Breslau, 1932. Hierin ״SexuaLEthik" S. 261—292, zumal S. 276. Leider kommt dabei auf Gen 316 nicht die Rede. 10. Spuren davon (aber nicht mehr), Fingerzeige der Mög״ lichkeit, daß der Schlußsatz von 316 in gedachtem geschlecht״ lichem Sinne von der auf das eheliche Begehren des Weibes zu treffenden Entscheidung des Mannes zu nehmen sei, begegnen in der übrigen Bibel kaum. Man könnte nur auf einige der alte״ sten Übersetzungen verweisen, welche in diese Richtung leiten, ohne etwas zwingendes zu haben. So kann der Wortlaut der Septuaginta: aiJtog aov xuQteoaei gemäß Aeschines 136: ־wupieuetwaav 01 jtq688qoi jxexQi JtevrrjxovTa 8Qax[xa>v ejtiYQacpetv (״die Vorsitzer sollen die M a c h t h a b e n, eine Geldstrafe bis zu 50 Drachmen zu verhängen") und ahnliehen Stellen (man nehme hinzu die Benennung des sophisti״ sehen Schlusses 6 x׳uqi8ucov, gemäßPlut. symp. I 15 u. ö.) eben״ falls in dem von uns vorgeschlagenen Sinn gedeutet werden. Man denke auch an Herrn, mand. 5, 2,8: eav tfjg evtoHjg xvqisügt)<; und 2 Kor 124: 18130 p18v ׳u^wv xfjg jtCcrtecog. Etwas ähnliches hat Peschito: ״Mit Schmerzen wirst du Kinder gebären und (doch) zu deinem Mann dich (wieder) hin״ wenden, und er wird sich dein bemächtigen“ sc. wenn es ihm gefällt. Indes finden sich auch schon in der ältesten jüdischen (nachbiblischen) Literatur Spuren eines sexuellen Verständnisses für den Schlußsatz von Gen 316. Wir lesen im Targum Jeru״ schalmi I zunächst zu Deut 24ö: ״Niemand darf den unteren und den oberen Mühlstein pfänden, weil er damit Bedarfsgegen״ stände des Lebensunterhalts pfänden würde"19. Im folgenden wird (Billerbeck III S. 392) der untere Mühlstein auf die Frau (vgl. Hiob 3110), der obere auf den Mann in concubitu gedeutet, und diese Auffassung auf Rabbi Jose den Galiläer, der um 110 n. Chr. lehrte, zurückgeführt, indem es gemäß Bereschit Rabba 20 (27 oder 13d) zu Gen 316 heißt: ״Er soll dir gebieten — Rabbi 19 Im einzelnen vgil hierzu [Straclc״]Billerbeck7 Kommentar (München: 1926) m 311 und I 777 Anm. g, wo weitere Erläuterungen geboten werden,