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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 4 · p. Seite 291

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 4
Article
Die geschlechtliche Stellung des Weibes in Gen 2 und 3
Date
1935-01-01
Page
Seite 291 (sequence 11)
Language
German
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Die geschlechtliche Stellung des Weibes in Gen 2 und 31 291 Den düsteren heidnischen Hintergrund des in Rede stehenden Gebiets, von dem sich Israels Sittlichkeit trotz beigemischter trüber Farben glänzend genug abhebt (vgl, כן rrtby; לא Gen 2926 347 2 Sam 1312 und עשיה כבלה בישראל Gen 347, Deut 22sl, Jos 715 Ri 20lo Jer 2923) braucht man angesichts der bekannten Tiergreuel Ägyptens, Kanaans, des Orients überhaupt, und in Erinnerung an gewisse Sagen des klassischen Altertums nicht auszumalen. Dergleichen spiegelt ja lediglich den Tatbestand wieder, den die Erzähler vor Augen hätten, indem sich erfüllte, was Goethe so ausdrückte: Wie einer ist, so ist sein Gott; Darum ward Gott so oft zu Spott, Und endlich, ists schließlich in der Gegenwart anders? Gilt nicht immer noch für das Deutsche Reich ein Strafgesetzbuch, in welchem § 175 lautet: ״Die widernatürliche Unzucht, welche . . . von Menschen mit Tieren begangen wird, ist mit Gefängnis zu bestrafen“? , Kein Wunder also nach dem allem, daß die Paradies-Erzählung eine Stelle enthält, die eine zartsinnige und doch unmißverständliche Warnungstafel gegen widernatürliche Unzucht aufrichtet. — , Auch B. Jacob hat sich mit 218-20 mannigfach und fruchtbringend bemüht und ihre Zusammenhänge klargestellt, ist auch in die angezeigte Richtung gegangen, ohne doch das gedachte Ziel zu erreichen. Schon von vornherein nämlich lehnt er S. 92 f. zu 217 die Beziehung von ״gut und böse" zum geschlechtlichen Gebiet ab (ebenso die Erklärung ״was nützlich und schädlich ist"). Auf S. 94 zu 218 deutet er עזר als ״eine Hilfe, gleichsam sein Gegenstück (gleichwichtig und gleichwertig)". Dann aber wird Sv 95 כנכד gedeutet als ״ein dem Menschen auch in seiner leiblichen Struktur entsprechendes Wesen". Wozu man fragen möchte: Ist denn beides dasselbe? Jacob fährt S. 96 zu 21g fort: ״Gedacht konnte an eine Leb en sgemeinschaft mit dem Tiere immerhin werden", und dann doch S. 97 zu 220: ״Mit dem Tier kann der Mensch nicht Lebens- und Ehegemeinschaft haben." Zugleich erinnert er s. o. daran, daß Gott laut Midrasch dem Menschen die Tiere paarweise vorge-

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