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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 4 · p. Seite 290

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 4
Article
Die geschlechtliche Stellung des Weibes in Gen 2 und 3
Date
1935-01-01
Page
Seite 290 (sequence 10)
Language
German
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290 Julius Boehmer beigewohnt (בנוא אל-כל וגו), daraufhin aber keines als עזר aner״ kennen können, sondern erst bei seinem Weibe wirkliche, volle Befriedigung gefunden und sie demgemäß als ע״ , als wahre Ge״ nossin, als seinesgleichen anerkannt. Denn zwar sind Wortlaut und Zusammenhang durchaus eindeutig. Xber die sächliche Unmöglichkeit und UnVorstellbarkeit des geforderten Vorgangs gebieten, jene Stelle sinngemäß, nicht nach dem Wortlaut und Buchstaben so äufzufassen, wie es ein späterer Erklärer forrnü״ liert hat: ״Der Mensch fand kein Tier, dessen Weibchen gemäß seiner ihm (dem Menschen) eigenen Art ihm ״v hätte sein kön״ nen. Er fand das darum nicht so, weil sie alle in ihrer Natur erschaffen waren. Aber wenn er sei ne Natur durch eine der bestehenden Tierarten befriedigt gesehen und diese erwählt hätte, dann würde Gott (so meinte er) deren Natur ihm an״ passen, wie es Gott nachher mit der Rippe machte, um nicht ein ganz neues Gebilde Kerstellen zu müssen/' Und um zuletzt noch einen klassischen Bibelerklärer, näm״ lieh Nachmaniäes, zu hören, so erläutert dieser Vertreter der viel angefochtenen Kabbala im Kommentar zum Pentateuch ״die ihm entsprechende Hilfe" Geh 218 dahin: ״Adam, in welchem gemäß älterer Vorstellung der rnänhliche und der weibliche Typus so vereinigt waren, daß die Begattung mechanisch ge״ schah, indem nämlich eiild erzeugende Kraft oder der wirkliche Same vom niännlichen in den weiblichen Typus gelangte, wo״ bei der zweite der ע״ für den ersten war, wurde von Gott aus״ einandergenommen, damit der ״v dem Mahn gegenüberstehe, dieser ihn anschaue und nach seinem Wohlgefallen (Belieben) sich von ihm scheiden oder verbinden könne. Auch 220 ist ע״ ״vom Geschlechtsgenossen zu verstehen. Gott ließ nämlich, um Adams geschlechtliches Verlangen änzüregen, die Tiere an ihm vorüberziehen, damit er ihnen Namen gebe oder (was dasselbe ist) die Männchen und die Weibchen der verschiedenen Arten zueinander stelle. Dabei bedeutet Name: was seinem Partner ein ע״ sein kann, anders gesagt: Es handelt sich um Geschöpfe, die fähig sind, miteinander Nachkommen zu erzeugen"10. 10 Ich. verdanke diese Stelle der freundlichen Mitwirkung von Herrn Rabbiner Dr. Katten in Bamberg.

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