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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 4 · p. Seite 289

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 4
Article
Die geschlechtliche Stellung des Weibes in Gen 2 und 3
Date
1935-01-01
Page
Seite 289 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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Die geschlechtliche Stellung des Weihes in Gert! 2 und 31 289 haben wir also eine (recht verstanden) sehr sinnige, einleuchlende und ansprechende Erklärung für Sinn und Zweck der Namengebung an die Tiere. Diese Namengebung ist nämlich bisher, soweit ich sehe, innerhalb des Textes außer allem Zusammenhang und erst recht ohne jede Begründung geblieben. Immerhin ist diese Namengebung nur Mittel zum Zweck. Entscheidend ist, daß hier ein eben als solcher beabsichtigter stummer und doch lauter, schreiender Widerspruch gegen den Geschlechtsverkehr des Menschen mit dem Tier vorliegt. Ein solcher Widerspruch war nämlich keineswegs unangebracht, überflüssig. Im Gegenteil. Stellen wie Ex 2218 (Bundesbuch), Lev 1823 2015 (Heiligkeitsgesetz), Deut 2721 (Deuteronomium) machen deutlich, wie verbreitet (gleichviel ob im Zusammenhang mit — heidnischer — Religion oder nicht) in Israel der Greuel der Verunreinigung mit Tieren bei beiden Geschlechlern in allen Zeitaltern war, so daß 1) immer wieder strenge Verbote ergehen mußten, 2) Mensch und Vieh die Todesstrafe angedroht wurde, 3) die Warnung vor dem Heidentum als dem Urheber erging, 4) die gesamte Volksgemeinde unter den Fluch- Sprüchen auf dem Ebal auch einen derartigen durch ausdrückliehe Zustimmung (אמן Deut 2721) feierlich zu bekräftigen hatte. Und ähnlich wie die Erzählung von Abrahams Opfer Gen 221—14 gemeint war als ausdrücklicher und nachdrücklicher Widerspruch gegen das heidnische Menschenopfer, das doch lange und oft genug in Israel im Schwange ging: so ist Gen 218—20 gedacht als flammender Protest wider Vermischung zwischen Mensch und Vieh, der dann seine Krönung durch die Erschaffung des Weibes aus der Rippe des Mannes 221—23, durch die Gestaltung einer dem Menschen wahrhaft angemessenen Geschlechtsgenossin, einer אשה neben dem איש erfuhr. Angesichts des exegetischen Tatbestandes in der Bibel erscheint es also nicht einmal geboten, bis in die Urzeit hinaufzugehen, wo Mensch und Tier durchweg noch auf gleicher Stufe gesehen wurden, wo der Mensch bestenfalls als erstrangiges Wesen der Tierheit galt, um solche Tatbestände und Gedankengänge verständlich zu machen. Auf der anderen Seite aber braucht man nicht so tief herabzusteigen, daß man mit R. Eleasar in Jeb. 63a lehrt, Adam habe tatsächlich allen Tieren

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