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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 4 · p. Seite 288

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 4
Article
Die geschlechtliche Stellung des Weibes in Gen 2 und 3
Date
1935-01-01
Page
Seite 288 (sequence 8)
Language
German
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288 ־ Julius Boehmer schaft lebte, weil leben mußte, und darunter gelitten hat. Nach dem Zusammenhang von 218—29 überläßt Gott dem Mann die Entscheidung, ob er unter den ihm zugeführten Tieren eine ihm passend scheinende, eine ihm gefallende Hilfe, Genossin erken״ nen, anerkennen würde. Dieser Erkenntnis und Anerkennung hatte er durch seine Namengebung Ausdruck zu geben. Hätte er also — so wird vorgestellt — zu einem der Tiere gesagt: ״Meine Hilfe'Verneine Genossin" o. ä., so wäre die Sache damit erledigt gewesen. Weil dies aber nicht geschah, so folgte und mußte 21—22 folgen. Durch 9ביבא und 22יכאד sind beide Hand״ Iungen Gottes gleichgestellt, überhaupt die Erzählung 18-23 als eine ununterbrochen verlaufende gekennzeichnet, so daß zu einem Gebrauch der Tiere in gedachtem Sinn — von anderem abgesehen — nicht einmal Zeit gewesen wäre. Die ganze Er״ zählung wird verständlich nur von dem antik״primitiyen, kind״ lich״naiven Zeitalter der Menschheit, wo sich überhaupt der Mensch mit dem Tier in allem auf gleicher Stufe fühlte, des״ wegen aber doch nicht oder eben darum keineswegs auf ge״ schlechtliche Beziehungen eingestellt war. 6. Sinn und Zusammenhang der Stelle 218—20 ist überhaupt bei näherem Zusehen handgreiflich, eindeutig klar, nämlich an dem zweimaligen עזר כנגדו. Es geht darum, dem Menschen (Mann) eine angemessene Geschlechtsgenossin zu stellen. Diese war er in der Lage, sich aus den ihm von Gott zugeführten Tie״ ren zu erwählen. Das aber lehnte er ab. Wohl gab er jedem Tier seinen Namen nach seiner Eigenart, ganz wie es Gott haben wollte. Aber zu keinem Tier sagte er, wie es etwa Gott erwar״ tete oder doch zu erwarten schien, oder wie es Gott für möglich hielt und für möglich zu halten Ursache hatte: זאת עזר כנגדי. Das also ist der Erfolg des ersten göttlichen Bemühens um eine rechte Gefährtin für den Mann in Erschaffung der Tiere: als Gott erwartete, Adam werde irgend eines der Tiere als ע״ für sich anerkennen, oder besser gesagt: er erwartete es zwar nicht, rechnete aber mit einer solchen Möglichkeit (wieso, warum, darauf kommt weiter unten die Sprache), da wurde er (mensch״ lieh geredet) aufs angenehmste enttäuscht, indem der Mensch kein Tier seines Geschlechtsumgangs für würdig erklärte. Hier

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