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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 4 · p. Seite 286

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 4
Article
Die geschlechtliche Stellung des Weibes in Gen 2 und 3
Date
1935-01-01
Page
Seite 286 (sequence 6)
Language
German
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286 Julius Boehmer schichte, verliert sich dann aber auch in allerlei spitze Fragen. Die Bibel aber redet von derlei Dingen mit Geist. Und wer geistvoll Gesagtes mit Geist aufzufassen versteht, läßt sich an den zu Tage liegenden Gedanken genügen. 4. So muß denn die Helferstellüng des Weibes gegenüber dem Mann einen anderen Sinn haben als die landläufige Exegese annimmt. ■, Und zwar scheint sie nach allem in der Riehtung der Gesamtauffassung von Hans Schmidt, der geschlechtliehen, zu liegen. Dafür ist auch der Hinweis auf das Bestellen und Bewachen des Gartens 215 unerheblich, und die Frage der Echtheit dieser Worte davon unabhängig. Hans Schmidt nämlieh betont, daß 224 den starken Trieb begründe, der Mann und Weib zusämmenführe: er habe hier im Mann seinen Ursprung7, während 31e unter veränderten Umständen der Trieb das Weib zum Manne bringe.; Darnach ist das Weib, sofern das Geschlechtsverhältnis ausschlaggebend über der ganzen Erzählung lagert, der zweite, notwendige und unentbehrliche Mensch oder die Ergänzung des Mannes im Dienst der Fortpflanzung der Menschheit. So ist auch 21g. 20 gemeint. Und zwar lediglich so, und nicht anders: das Weib ist Hilfe, Gehilfin, Genossin des Mannes (Menschen) zur Fortpflanzung. Deswegen soll sie, muß sie seinesgleichen (״ihm angemessenV ״zu ihm passend") sein. Dann ist auch das Wort vom Bestellen und Bewachen des Gartens 215 keineswegs mehr ״unentbehrlich in der Erzählung von der Erschaffung des Weibes" (gegen Schmidt S. 8 u.). Das Weib ist dann im Sinn der ganzen Erzählung wesentlich Ehegenossin, nicht Mitarbeiterin des Mannes, der s eine Arbeit nach 317-19 a 1 l e i n zu leisten hat8. Damit entfällt aber auch der Grund, aus dem Schmidt dem ganzen Bericht zwei Erzählungen zugrunde legen zu müssen meint: die eine von der Erschaffung des Weibes 24b—5.7. 18—24, deren Inhalt die Freude über das Wunder der geschlechtliehen Liebe und Gemeinschaft sei; die zweite vom Baum (von den Bäumen) im Gottesgarten 28.9.15—17.25. 31—24, welche die Ehe, zumal das Weib, mit Wehe und Wehen belastet, Beide Erzäh- 7 Vgl. Hohl. 7, 11 den Jubel des Weibes darüber. 8 Die ganze Bibel weiß nichts von einer Mitarbeit der Frau auf dem Felde.

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