Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die geschlechtliche Stellung des Weibes in Gen 2 und 3
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 4)
- Language
- German
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284 Julius Boehmer in der Kindheit fehlen). Allein daß demgemäß das ״dein Leben lang'V das V. 14 über die Schlange und V. 17 über den Mann ergeht, beim Weib V. 16 fehlt, darf gleichfalls mit zu der Zart״ sinnigkeit des Gottesspruchs über das Weib gerechnet werden, auf die schon wiederholt hingewiesen ward. Und hier liegt auch der Grund dafür, daß nicht hingewiesen werde auf das geschehene Essen der verbotenen Frucht, von keinerlei Ver״ gehen und Verschuldung (wie bei Schlange und Weib) die Rede sei, keine Verfluchung wie dort statthabe. Zuletzt aber lenkt Jacob doch in die gedachte Richtung ein: beim Weibe bedürfe es darum keiner Strafe, weil seine v an An f an g an vorh a n d e n e Leibesbeschaffenheit und deren Bestimmung für die Hervorbringung der Nachkommenschaft gewissermaßen schon Strafe genug sei. Also doch: Strafe, und zwar mit Recht. Denn nach Sinn und Zusammenhang des Ganzen hat das Weib erst 4r Schwangerschaft und Geburt kennengelernt. 3. Um aber nun wieder zu dem öfter gestreiften entschei״ denden Punkt, der allgemein und mit Recht in den Vordergrund geschoben wird, zurückzukehren, so erscheint allerdings 218.20 das Weib als Hilfe, Helfer, Beistand oder dgl. des Mannes. Ist damit wirklich ohne weiteres ein nebengeordnetes,, gleichrangi״ ges Wesen ausgedrückt? Wir־ wollen nicht darauf hinweisen, was es noch heutzutage mit einer Hilfe im Haushalt, einer Hel״ ferin im Gemeindedienst u. dgl. auf sich hat6. Das entscheidet naturgemäß nicht. Aber wir wollen im Zusammenhang bleiben und uns erinnern, daß das Weib gemäß Gen 218 _ 20 auftritt als nachträglicher Ersatz oder etwas geeignetere Ware (s. v. v.; allein im Zusammenhang kommts darauf hinaus) für die Tiere, die den ihnen zugedachten Zweck an dem Menschen nicht zu erfüllen vermochten. Gewiß erscheint an zahlreichen Stellen der Bibel Gott selbst als Helfer der Menschen. Ists aber nicht auch umgekehrt Ri 523, und sollte darum der Mensch als Gott ״nebengeordnetes" Wesen gelten dürfen? — Des Weibes Stel״ lung n e b e n dem Mann in gedachtem Sinn wird auch nicht gelten lassen können, wer sich gegenwärtig hält, daß Gen 2 das 6 Nennt man nicht auch das Pferd, den Hund, die Katze u. dgl. treue Gehilfen des Menschen? Vgl. hierzu auch Psalm14 ,104 ׳ b, wo die Tiere ahn״ lieh gewürdigt werden.