Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Arbeiten zur Geschichte der Juden in Deutschland [Rezension]
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 271 (sequence 12)
- Language
- German
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Besprechungen 271 aus dem kirchlichen! Recht. Die Habilitation Wolf gang Wessely s entfesselte 1845 einen heftigen Kampf, in, welchem sonderbarer Weise fast alle nicht״ jüdischem Instanzeneifrig für ihn eintraten,, alle jüdischen Gutachter ihn be״ kämpften. Einen sehr großen Teil! des Buches nehmen die in extenso gebrachten Archivalien ein> die dem Leser ein eigenes Urteil ermöglichen‘. (Einen Arzt und ״Gäon"’s. Zeitschr. f. hebr. Bibliogr. XVIII 30, Jahrb. d. jüd.«lit. Ges. XX 333, Benjacob Thesaurus, S. 520, Hock, Farn. Prags, S. 231, Anm, 3. Apotheker und Mäzen s. פרח לבנון, Berlin 1712. Vorläufer Wesselys 1711/14 s. Ist. Familienbl., Hamb. 1907, Nr. 3, S. 11.) Verf.. glaubt, daß die Gegner Wesselys Rapoport, M. I. Landau und Samuel Freund ״die rieh״ tige Einstellung zu den Anforderungen der neuen Welt und neuen Zeit noch nicht gefunden hätten, und daß sie im traditionsgetreuen Rildungs״ ideal sich befunden hätten, das sich im ״Lernen'1 erschöpfte". Vgl. jedoch Freunds Approbationen) der ins Deutsche übersetzten Talmudausgabe Pinners, Berlin, 18427 wo er sich im Gegensätze zu R. Mose Sofer befand, und des ברכת משח, Berlin 1833; über Rapoport! Graetz, Gesch. d. J. XI, 495, Geigers Zeitschrift f. jüd. Theologie I—III, Jew. Enc, X 323; über M. I. Landau MGWJ 19(01 S. 225 f., S. X>. Luzizattos hebräische Briefe, Krakau 1891, S. 953 (Spinoza). Markus Winteritz, Direktor der Prager Isr. Hauptschule, war gleichfalls überzeugter Gegner. Einen Vorwurf der Gegner macht Verf. sich zu eigen. Freund rügt ferner die Vorliebe für Luthers Bibelübersetzung gegenüber der jüd. Auffassung. Noch schärfer ist der Tadel F.s [— Frankels] in; der Zeitschr. f. d. rel. Interessen des Judent., Berlin 1845, II 362, und M. Siders das., Berlin 1844, I 119. Zu Wesselys ״Biblischer Katechismus", ״Katechisation", ״kirchliches Ansehen*", ״Jüdisch© Kirche und jüd. Kirchenrecht" vgl. Graetz, Gesch. d. J. XI 428, zu seinen Katechismusliedern, entlehnt dem Gesangbuche des Hamburger Tempels (Vorw. d. Katechism.), vgl. Graetz XI 415. Die ins ehristologische schillernde Art haben die Gutachter höchstens andeutungsweise gestreift. Man lebte ja im vormärzlichen Österreich unter Metternich. Während in Prag Michael Sachs,. Steinschneider und Kaempf — letzterer habilitierte sich ohne jeden Einspruch — zu Rapoport in einem innigem Verhältnis standen (Graetz XI 575; Schriften von Mor. Steinschneider, Berlin 1925, I 624, 626 f., Kurländer, Biogr. S. L. Rapoports2, Pest 1869, S. 27), fehlt Rapoport gegenüber W. ״ge« nauere Kenntniss"! Im Gegensätze zu W.s Ausführungen in seinem von Frankel (s. oben) für verfehlt erachteten Aufsatz über die Taube befinden sich ferner die Zeitgenossen Kirchheim (כרמי* שומרון, Frankf. a. M. 1851, S. 24 gegen de Rassis Theorie), Graetz (IV2 S. 168, Gerisim), Herzfeld (Gesch. des Volkes Isr.2, Leipz. 1863, II 596) und Winer (Bibi. Realwörterb.8, Leipz. 1847, S. 373), die beiden letzteren gegen de Rossi. Anfechtbar sind ferner in dem genannten Aufsatze der ״M i d r a s c h Jalkut Rubeni", ״Therese" (Zunz, Namen der Juden׳, Leipz. 1837, S. 123), חרון היונה und חרב היונה (gegen W. selbst S. 216 Anm. 4) sowie die drei Perioden der isr. Missionsgeschichte (Jüd. Lexikon, Berlin [1930], IV 236). Hat das alles bei den jüdischen Gutachtern nicht mitgesprochen? Es ehrt sie, daß sie an einen Universitätslehrer die