Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Arbeiten zur Geschichte der Juden in Deutschland [Rezension]
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 11)
- Language
- German
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270 Besprechungen uberrannt wurden (LewLiv Heidenheimiana, Berlin 1924r S. 22). Zu S. 95 ff.: Al« Handwerker werden noch genannt ein Scheider (1765), Petschierstecher (1785) (Zeitsichr. d. hist, Gesellsch. L d. Prov. Po«. VIII, 356 f., Grunwald, Mifcteili. zur jüd. Volkskunde 1909, S. 125), ein Schriftgi!eßer in Nowydwor (1785) «זחובות הלבבור Nowydwor 1785, Ende), ein Holzschnitzer aus Pietr« kow (1816) (Grünwald a. -a־. O.), Musikanten (Ende 18. Jahrh.) in Kempen und Opatow (das. S. 126), früher bereits ein Xyllograph aus Schneidemühl (Pyla) (1680 ff.) (Soncino״Blätter 1925, S. 186,ארבע חרשים‘, Frankf. a. d. O. 1680/81), ein Kupferstecher in Posen (1728) (Sondino ״Blätter a. a. O.) und Goldschmiede in Opatow bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts sowie in Kempen zu Ende des 18. Jahrhunderts (Grünwald a. a. Q.). 1783 waren beim Neubau der Krotoschiher Synagoge ein jüdischer Arbeiter aus שאזרק sowie ein jüdischer Baumeister und dessen zwei Söhne aus Rawitsch tätig (Gesamtarchiv der deutschen Juden, Berlin, Krotoschiner Totenbuch 1783, Nx. 994). Zu S. 175: Der schlesische Gutsbesitzer Berliner war aus Zülz (Fürst, Orient, a. a. O., S. 228 f.). Louis Lewin. Die Prager Universität und die Juden 1348—1848. Mit Beiträgen zur Ge« schichte des Medizinstüdiums. Von Guido Kisch. Mährisch«Ostrau 1935. Verlag Julius Kittls Nachfolger. (X + 239 S. und 2 Illustr.) Die Universität Prag war ursprünglich streng katholisch, die meisten Professoren! waren Geistliche, nur die Zugehörigkeit zur Kirche öffnete die Pforten. An den Eintritt eines Juden in diesen klerikalen Kreis war nicht zu denken. Neben dem■ ״Scholar enghetto''1 bestand das jüdische, zwei Welten, die nur im geschäftlichen Verkehr, bei Disputationen und im religiösen Gegensatz einander kannten. Hier war die Präger Talmudschule in der Diaspora von ähnlicher Berühmtheit wie die Universität in ihrer Art, und ״das Haus der Bachurim", in dem die Scholaren speisten^ erinnert an die studentischen Bursen und klösterlichen Gemeinschaften* Auch hier gingen die geistigen Interessen über das speziell«jüdische hinaus. Auch hier zeigte sich Interesse für Geschichte, Naturkunde, Mathematik und Archäologie, und! Lehrer wie der hohe Rabbi Löw und David! Gans wären richtunggebend. Selbst der Name der Universität schmückte die Prager Jeschibah. Direkte Beziehungen zum Prager Ghetto hatte die medizinische Fakultät, die dort das Sanitätswesen überwachte; die Zensur hebräischer Bücher handhabte bis 1560 die Universität, seitdem die Jesuiten. Mit großem׳ Eifer untersucht der Verfasser die Ausbildung der Prager jüdischen!Ärzte und die Hindernisse, denen sie begegneten; er bespricht auch zum ersten Male ausführlich, die deutschen Universitäten, die nach und nach jüdischen Medizinern ihre Pforten öffneten; insbesondere stellt er den. Werdegang des Dr. Abr. Kisch, des Lehrers Mendelssohns, sorgfältig nach neuerschlossenen Quellten dar. Seit 1774 ist die medizinische Fakultät Prüfungsstelle für jüdische Wundärzte und Bader, seit 1777 anerkannte Ausbildungsstätte. 1781 gestattete Kaiser Josef den Be« such der juristischen und medizinischen Fakultät. Aber die Furcht vor Irreligiosität hielt lange Zeit die frommen Kreise zurück. Erst 1873 verlor die Universität ihren konfessionellen Charakter und gestattete diie Prüfungen