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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 3 · p. Seite 266

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 3
Article
Arbeiten zur Geschichte der Juden in Deutschland [Rezension]
Date
1935-01-01
Page
Seite 266 (sequence 7)
Language
German
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266 Besprechungen handelt weiterhin die Geschichte der jüdischen Friedhöfe in, und bei Kassel. Gut ausgewählte Bilder illustrieren die Angaben! Hallos. Der Abschnitt Volkskunde der Hessen-Kasseler Juden von Julius Dalberg enthält eine kurze Darstellung der Eigentümlichkeiten des Kasseler jüdischen Volks* tums, der Zusammensetzung und des Charakters der jüdischen! Gemeinde Kassel, also des offiziellen kurhessischen Judentums, von dem zur Zeit der Abfassung des Buches 90% der Altkasseler, jüdischen Familien ausgestorben waren. Wie bei andern größeren Gemeinden kam allmählich Zuwachs von den kleinen Städtchen und Dörfern nach Kassel; durch diese Zuwanderung erklärt ■es sich nach Dalberg, daß auch der liberalste Jude in Kassel sich ein orthodoxes Mäntelchen umhängt. Gelungen ist auch der Nachweis, daß der Kasseler Jude, hervorgegangen aus der hessischen Landschaft und aus dem uralten Judentum, modifiziert durch seine Einwanderung yon Süd« deutschland her und durch die hessische Geschichte, in der Kultur eines der reinst deutschen Kreise wurzelt, gleichzeitig aber gebunden ist durch alle die jüdischen Kulturgüter und die Bande jüdischen Blutes. Manches kennzeichnet Dalberg als spezifisch hessisch, während es sich allgemein bei den deutschen Juden findet; die ältesten Bräuche des Minhag Asch* kenas finden sich nicht in Hessen (S. 151), sondern an, Rhein und Donau. — Die Geschichte der Religionsschule und des Kultus von Gotthilf Walter beginnt mit d. J. 1853. An der Entwicklung der inneren jüdischen Verhält« nisse in Hessen hat besonders Landrabbiner Dr. Adler teilgehabt. In dem Vorwort wird darauf hin gewiesen, daß in dem Werk sich ״die Nüchternheit des Einen, die impressionistische Technik des Andern, das Erzählertalent eines Dritten4 sich jeglicher Einspannung ln ein einziges Formgesetz entziehen. Das ist richtig. Trotzdem möchte ich meine Be« denken gegen die Gestaltung des Werkes nicht verhehlen. Es ist kein Grund einzusehen; warum nicht das Beispiel, das uns Kracauer in seiner ausgezeichneten und vorbildlichen Geschichte der Frankfurter Juden ge« geben hat, befolgt worden ist, warum nicht mit der äußeren Geschichte und der Darstellung der Rechtsverhältnisse der Kasseler Juden begonnen wurde. Auch auf diesem Wege hätte man ״nicht akademisch von einer antiquierten Sache, sondern aus dem Leben heraus von einem Gegen« wärtigen“ sprechen können. So aber macht das Werk mit seinem reichen Inhalt im ganzen wohl einen gediegenen-, zum Teil einen künstlerischen, andererseits aber auch einen dilettantischen Eindruck; es läßt die; Gleich« mäßigkeit und wissenschaftliche Klarheit vermissen. Siegfried Scheuermann ״Der Kampf der Frankfurter Juden um ihre Gleichberechtigung (1815—1824)“123 ,1933) ״ Seiten) schildert in der Hauptsache den Fiergang des Prozesses zwischen dem Senat, der Stadt Frankfurt und den Frankfurter Juden. Durch das Organisationspatent des Großherzogs Karl! von Dalberg hatten die Frankfurter Juden i. J. 1810. die Gleichberechtigung erlangt. Die Judenstättigkeit von 1616 war damit auf« gehoben. Nach der Wiederaufrichtung der städtischen Freiheit beginnt der Kampf zwischen dem Senat und der Israelitischen Gemeinde Frankfurt

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