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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 3 · p. Seite 265

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 3
Article
Arbeiten zur Geschichte der Juden in Deutschland [Rezension]
Date
1935-01-01
Page
Seite 265 (sequence 6)
Language
German
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Besprechungen 265 kritische Untersuchung mit Quellenabdruck. Buchhandlung Rubin Maß-Berlin (ohne Jahr) behandelt in der Hauptsache die Judenaustreibungen von 1438, 1462 und 1470/71 und die Institutionen der Mainzer Juden im 15. Jahrhundert. Für die Jüdenpolitik des Mainzer Erzbischofs stellt Menczel: fest, daß bei ihm nicht Sympathie oder Antipathie den Juden gegenüber, sondern realpolitische Erwägungen, auch wenn sie durch religiöse Strömungen ihrer Zeit beeinflußt wurden, ausschlaggebend waren. _ Die Judenaustreibung von 1438 stellt er als einen Schachzug des Rates dar, der durch sein Nachgeben für sich den Zünften gegenüber eine bessere Stimmung bei der Bürgerschaft schaffen! wollte. Seine Ansicht, nach der die Austreibung der Juden aus den deutschen Städten am Ende des 15. Jahrhunderts einerseits die Beseitigung der Konkurrenz des jüdischen Kaufmanns, andererseits eine Schwächung der erzbischöflichen׳ Gewalt darstellt, trifft jedenfalls für Mainz zu. Allerdings ist Menczel nicht so in die Tiefe gegangen wie Straus. Er wiederholt oft Gesagtes und Selbstverständliches. Für den Abdruck des wertvollen Urkundenmaterials im Anhang, insbesondere aus den Mainzer-Aschaffen״ burger In grossaturbü ehern (d. s. Registerbände der Mainzer erzbischöflichen Kanzlei׳ iim׳ Staatsarchiv Würzburg), wäre Beachtung der modernen Urkunden~Editionstechnik warm zu empfehlen gewesen. Die Geschichte einer kleinen, aber im Mittelalter oft erwähnten Gemeinde beschreibt in den Nassauischen׳ Heimatblättern (32. Jahrgang Nr. 3/4 1931) J. Hohler: Aus der Geschichte der Limburger Juden. Er teilt diese Geschichte der Limburger Juden, die 1278 beginnt, in drei Abschnitte: I. Zur Zeit der Isenburger, II. Unter der Herrschaft von Kurtrier seit 1420, III. Die Jüdische Gemeinde seit 1800. Die Lage der Stadt an der großen Handelsstraße Köln—Frankfurt und die Tatsache, daß in Limburg sich eine Münze befand/ berechtigen nach Hohler zu der Annahme, daß in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts verhältnismäßig viel Juden in Limburg wohnten. Schon zu Ende des 13. und zu Beginn des 14. Jahrhunderts finden wir Juden in Wetzlar, Diez, Runkel und Katzeneibogen erwähnt. Seit 1420 teilen die Limburger Juden das Geschick der Juden Kurtriers, seit c. 1800 der nassauischen Juden. In die neuere Zeit führt uns die ausgezeichnet ausgestattete Geschichte der Jüd. Gemeinde Kassel unter Berücksichtigung der Hessen-Kasseler Gesamtjudenheit Band I heraus ge geb en von der Israelitischen Gemeinde Kassel (Kassel 1931). Dieser erste Band enthält zunächst von dem inzwischen leider verstorbenen Rudolf Hallo: Die Kasseler Synagogengeschiehte. Die Geschichte der Juden in Kassel beginnt mit dem letzten Viertel des 13. Jahrhunderts? ein stärkerer Zuzug von Juden, erfolgt erst am Ende des 14. Jahrhunderts. Noch 1649 fehlt es in Kassel an einem eigentlichen jüdischen Gotteshaus. Die Synagoge ist eine private Einrichtung gewesen und hat wiederholt ihren Ort. gewechselt. 1836 wird eine neue Synagoge aufgeführt. Im Zusammenhang damit gibt uns Hallo eine Darstellung der künstlerischen und handwerklichen Verhältnisse der Juden in Kassel in dem entscheidungsreichen Zeitalter der Emanzipation und be-

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