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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 3 · p. Seite 264

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 3
Article
Arbeiten zur Geschichte der Juden in Deutschland [Rezension]
Date
1935-01-01
Page
Seite 264 (sequence 5)
Language
German
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264 Besprechungen den den Beweis durch Eid für sich zu beanspruchen, mit der kapitalisti« sehen Entwicklung unvereinbar, aber trotzdem nicht aufgehoben worden. Die Juden ihrerseits haben während des zweiten Prozesses ihre Schuld an den Übelständen bestritten, aber die Existenz der wirtschaftlichen Nöte erkannten auch sie an. Sie bestritten gar nicht die Ungesetzlichkeit des Warenhandels, erklärtem aber, ohne diesen oder die Freigabe des Dar« iehensgeschäftes ihre Nahrung nicht finden zu können. Für keine dieser Möglichkeiten war aber innerhalb der Stadt die geringste Neigung vor« handen. Auch die Juden wußten daher nichts Besseres, als sich die Gültigkeit ihrer veralteten und unter den herrschenden Verhältnissen doch unersetzlichen Privilegien durch das Innsbrucker Regiment erneut bestätigen zu lassen und!, als 1519 ihre Vertreibung trotzdem erfolgte, von derselben Stelle gegen die Stadt ein Restitutionsurteil zu erwirken. In dem Schlußkapitel unterzieht Straus die Geschichte der Regensburger Juden einem Vergleich mit dem anderer Judengemeinden, insbesondere mit der Gemeinde Frankfurt und kommt zu dem Ergebnis, daß, wenn die politisichen Versuche, die um die Jahrhundertwende mit der Stadt Regensburg angestellt wurden, wirklich zur Erleichterung der Wirt« schaftslage geführt hätten, eine Erhaltung der Judengemeinde leicht möglich gewesen wäre, Wie sie auch in Frankfurt am Main sich als miöglich erwies. Aber die Reichsregierung hat die sozialen Probleme einschließlich des jüdischen Sonderfalls bis zu den äußersten Nöten an wachsen lassen, und' als der Tod Maximilians das letzte Hindernis be« seitigte, entschloß sich die Stadt Regensburg zu der Gewaltlösung i. J. 1519. Straus hat eine sehr gründliche und gediegene Arbeit geleistet, die Quel« len eingehend kritisch geprüft, selbst Urkunden und Aktenstücke zur Ge« schichte der Juden in Regensbürg zusammen gestellt und bearbeitet; er hat vielleicht manchmal zuviel aus den Quellen gefolgert. Seine Formulierungen hätten durch eine schlichtere, einfachere Sprache an Klarheit gewonnen. Ein kurzer Überblick über die Vorgänge in R. ca. 1450—1519 und1 ein Register am Schluß hätten, die Benutzung des Buches erleichtert. Ob man aus der Fortentwicklung, welche die Frankfurter Judenschaft nahm, Schlüsse für Regensburg ziehen darf, bleibe dahingestellt. Es ist Straus unbekannt ge« bli'eben, daß die Predigten des Petrus Nigri (Schwartz) vollständig vor« handen sind, ebenso daß Nigri kein Renegat war; vermutlich aber hätte die Lektüre dieser Predigten, die Straus nur auszugsweise kennt, sein Ur« teil nicht geändert. Ebenso ist Straus der wertvolle Aufsatz von A. Frei« mann: Aus der Geschichte der Juden in Regensburg von der Mitte des 15. Jahrhunderts bis zur Vertreibung i. J. 1519 (der Philippson«Fest« schrift 1916) anscheinend' entgangen. In ihm steht ü. a. zu lesen, daß in Schwartz, Traktat gegen die Juden (1475) die ersten hebräischen Buch« staben, d. h. Holzschnitte, in einem in Deutschland gedruckten Buche vor« liegen. (S. 80 Anm. 6.) Die Dissertation von I. S. Menczel, B eiträg e zur G״es chich t e der Juden von Mainz im XV. Jahrhundert. Eine quellen«

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