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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 3 · p. Seite 262

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 3
Article
Arbeiten zur Geschichte der Juden in Deutschland [Rezension]
Date
1935-01-01
Page
Seite 262 (sequence 3)
Language
German
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262 Besprechungen meinschaftlich zur Pflicht gemacht. Seit 1862 obliegt dem Oberrat lediglieh die Sarge für die religiöse Unterweisung und1 die Pflege religiöser Gesinnung der jüdischen Jugend. Auch hier führt der Kreislauf des Geschehens den Oberrat wieder an den Anfang zurück. Adolf Altmann hat dem 1913 erschienenen ersten Teil der Geschichte der Juden in Stadt und Land Salzburg 1930 einen zweiten Band folgen lassen, dessen einzelne Abschnitte bereits in den Jahrbüchern der Jüdisch- Literarischen׳ Gesellschaft 1924 ff. (Frankfurt a. M.) veröffentlicht worden sind. Das Buch behandelt die judenlose Zeit (1498—1867), die Judenfrage im weltlichen Staate Salzburg bis zur Niederlassung des ersten Juden (1803—1867) und den Zeitraum vom Beginn! der Neuansiedlung: der Juden in Salzburg bis zur Gegenwart. Die wenigen Juden, die sich seit 1867 in Salzburg ansiedelten, gehörten zuerst zurrt Rabbinat Linz. 1892 wurde die bloße Zuweisung, nicht Einverleibung zur Kultusgemeinde Linz verfügt. Ein fünfgliedriger Ausschuß in Salzburg erledigte die Angelegenheiten der dortigen Juden; ein Rabbiner wurde an g estellt und 1911 die Kultusgemeinde Salzburg begründet3. Der Anhang enthält -eine Reihe interessanter Kollektaneen, Urkunden usw. Raphael Straus: Die Judengemeinde Regensburg im ausgehenden Mittelalter (Heidelberger Abhandlungen zur mittleren und neueren Geschichte, hrsg. van Karl Hampe und Willy Andreas), Heidelberg 1932, Carl Winters Univ e r sitätsbuchhandlun g, kommt allgemeine Bedeutung für die Geschichte der Juden in Deutschland zu, einmal, weil sich die Arbeit mit einem weitgehend vernachlässigten Teil der jüdischen׳ Geschichte, dem 15. Jahrhundert befaßt und die Gemeinde Regensburg damals wohl die größte und angesehenste im Reich gewesen ist. Die Motive der Kaiser Friedrich HI. und Maximilian für ihre Bemühungen, die Juden vor dem Äußersten zu bewahren, sind nicht allein fiskalischer Natur. Es tritt jedenfalls bei Friedrich IIL, der sozialem Empfinden zugänglich war und die Tätigkeit der Juden zwar als ein, Übel, aber als unvermeidliches, betrachtete, eine seltene Mischung der Motive hervor. Die judenfeindliche Arbeit des Klerus ist von den rechtlich zuständigen Instanzen׳, dem Reich, dem. Herzog und der Stadt längere Zeit hindurch unliebsam! empfunden worden. Die Gründe für die gereizte Stimmung des Klerus liegen bei den Predigern, dem Franziskaner Capistrano, der zu religiös-politischen Agitationszwecken seinen1 Feldzug gegen die Juden Mitte des 15. Jahrhunderts eröffnet hatte, und dler mehr als schwanken״ den Erscheinung des Dompredigers Hubmaier, der ihn 1518 abschloß. Straus erblickt in diesen Predigten, sowohl den Bekehrungspredigten׳ wie den Predigten gegen die bürgerliche Tätigkeit der Juden, den Ausdruck 3 Da Rabbiner Dt. Abraham, Frank 1876 sein Amt in Köln angetreten hat, kann er 1884 nicht, wie Altmann S. 95 angibt, zum Matrikelführer der Salzburger Judenschaft ernannt worden sein. Zu S. 107 Anm. 3 sei als Ergänzung bemerkt, daß Rabbiner D'r. Krengel aus Böhmisch-Leipa nach Ratibor gegangen ist, wo er Rabbiner ist.

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