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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 3 · p. Seite 261

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 3
Article
Arbeiten zur Geschichte der Juden in Deutschland [Rezension]
Date
1935-01-01
Page
Seite 261 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen 261 weiden können. Sein. Wert wäre sehr erhöht worden, ,wenn nicht nur bei den Kulturresten des Mittelalters, sondern auch bei den Grabsteinen späte״ rer Zeit die Inschriften entziffert oder ihr Inhalt kurz mitgeteilt, außerdem bei allen Grabsteinen Größe, Breite und Material des Steines angegeben worden wären. In einfacher, aber gediegener Aufmachung präsentiert sich das Gedenkbuch zum 125 jährigen Bestehen des Oberrats der Israeliten Badens (Kauffmann Verlag, Frankfurt a. M.,, 1934, 165 Seiten). Selma Täubler״ Stern schildert die Emanzipation der Juden׳ in Baden nach einem kurzen Überblick über die politische Geschichte der badischen Juden bis zu An״ fang des 19. Jahrhunderts, die Entstehung des Ediktes vom 13. Januar 1809, das noch heute die Grundlage der Verfassung der badischen Juden bildet, die Einrichtung des badischen Oberrates geschaffen hat und darum die ״magna, charta'* der badischen Juden genannt werden kann. Unter dem Einfluß des revolutionären Frankreichs auf alle Maßnahmen der Regierung und dann der Umbildung Badens aus einem mittelalterlich zerrissenen Terri״ torium zu einem modernen zentralistischen Rechts״ und Einheitsstaat ent״ standen, ist es der erste tastende Versuch einer Gleichstellung der Juden״ Schaft mit der christlichen Bevölkerung. Weiterhin behandelt die Ver״ fösserin die wirtschaftliche und die berufliche Anpassung der badischen Juden, den1 Kampf um die soziale Gleichberechtigung, den Kampf gegen die Reaktion, den Kampf um die politische Emanzipation, um am Schlüsse festzustellen, daß das Jahr 1933 den Oberrat der Israeliten Badens im Kreislauf des Geschehens wieder an den Anfang seiner Geschichte zurück״ geführt hat. Die klaren und treffsicheren Ausführungen der Verfasserin bieten trotz der ausführlichen Darstellungen von Adolf Lewin und Berthold Rosenthal viel Interessantes; nur vermisse ich bei der Schilderung des Ent« Stehens des Edikts von 1809 eine stärkere Hervorhebung des Einflusses der Reformen! Kaiser Josefs H. In! dem Aufsatz ״Öberrat Naphtali Epstein. Ein Lebensbild" schildert Siegmund Reichenberger das Wirken Naphtali Ep״ steins, besonders für die völlige rechtliche Gleichstellung der badischen Juden, seine Bedeutung für das jüdische Schulwesen undi seine Stellung״ nähme zu den; Fragen! der Religion und des Gottesdienstes; danach erscheint das Urteil eines.Neffen berechtigt: ״Was der Oberrat in der ersten Hälfte des Jahrhunderts wirkte, darf wohl als die Arbeit ,Epsteins angesprochen werden." Der junge Epstein, der im Anfang des 19. Jahrhunderts (um 1809) in Heidelberg studiert, ist allerdings keineswegs (gegen R.) einer der ersten jüdischen Studenten daselbst, da wir seit 1724 eine fortlaufende Reihe solcher jüdischer Studenten kennen (s. Rieger in. der Philippson״Festschrift, S. 178 ff.) und nach D. Kaufmann bereits (Gesammelte Schriften III S. 297) vor 1669 Benjamin Levi Buxbaum daselbst studiert hat. Berthold Rosenthal behandelt ״die jüdischen Volksschulen! in Baden". Die ersten Schulen wurden 1815 errichtet. Seit 1876 wird die Gemein״ schaftsschule zur Regel und der .Unterricht in der Volksschule mit Aus״ nähme des Religionsunterrichtes sämtlichen schulpflichtigen Kindern ge״

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