Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Übersetzer am Hofe Karls I. von Anjou, Königs von Sizilien (1266-1285)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 259 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2830007-2830011-2839533--53473-2839611- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Jüdische Übersetzer am Hofe Karls I. von Anjou 259 ischen Übersetzer nur noch ein zweiter nachweisen, der Ma״ gister Moses aus Palermo. Von ihm sind mir die folgenden Erwähnungen in den an״ giovinischen Registern bekannt geworden36. Im Jahre 1277 schrieb König Karl an den Magister Mathäus Sciliacus, Arzt in Salerno. Er, der König, habe vorgesehen, daß Moses sich zum Zweck der Übersetzung arabischer Bücher ins Lateinische bei Salerno aufhalte. Mathäus Sciliacus solle sich zu ihm begeben, um ihn über die lateinische Literatur zu infor״ mieren. Er solle solange bei ihm bleiben, bis die Bücher über״ setzt wären. Im nächsten Jahre erfahren wir von einer an den Justitiar von Sizilien der Provinz jenseits des flumeh Salsüm gerichteten Verfügung. In ihr ordnete der König an, daß der Hebräer Moses aus Palermo, ״unser Übersetzer“, von jeder Abgabe mit seiner Familie befreit sein soll, ein Beweis, wieviel dem König an der Arbeitskraft dieses Mannes gelegen war37. Im gleichen Jahre 1278 hören wir durch eine in französi״ scher Sprache abgefaßten Verfügung des Königs, daß ״a Moi״ ses li juif translateur“ 2 Goldunzen ausgezahlt werden sollen38. Das Werk, das Moses aus Palermo aus dem Arabischen übersetzte, war ein (Pseudo) Hippocrates: Liber de curationibus infirmitatum equorum; von dieser lateinischen Übersetzung liegen 2 ältere italienische Bearbeitungen vor. In einer in Bo״ logna 1865 erschienenen Ausgabe ist die lateinische Übersetzung zusammen mit den italienischen Bearbeitungen abgedruckt. 36 Abgedruckt bei Del Giudice Codice, Bd. DI, S. 172, Anm. 2. 37 Ebda. 88 Diese Verfügung ist abgedruckt bei de R o ü a r d: Actes et lettres unter. Nr. 1087. Da in dieser Verfügung auch! Farag besonders erwähnt wird, ist es erwiesen^, dai es sich bei Farag und Moses um zwei verschie״« dene Persönlichkeiten handelt. M. S t ei ns chn eid e r: Die hebräischen Übersetzungen des Mittelalters, Bd. II, S. 985, war sich über die V-erschie״ dieruheit der beiden Übersetzer nicht ganz klar, aber er nahm sie ״wohl'" an? in seinem späteren Werk: Die europäischen Übersetzungen aus dem Arabischen bis Mitte des 17. Jahrhunderts (Sitzungsberichte der kais. Aka״ demie der Wissenschaften in Wien, Bd. CXLIX, Wien 1904, Nr. 68) erkennt er Moses als selbständige Persönlichkeit a!h. 30 St ein sehn eid er: Die hebräischen Übersetzungen^, S. 985. 17*