Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Übersetzer am Hofe Karls I. von Anjou, Königs von Sizilien (1266-1285)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 15)
- Language
- German
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260 Besprechungen Es ist auffällig, daß Moses bei den so großen Übersetzung^- arbeiten der nächsten Jahre gar nicht genannt wird, vielleicht daß er dann nicht mehr am Leben war. Besprechungen. Arbeiten zur Geschichte der Juden in Deutschland. Von A d! o 1 £ K o ■b e r V Zwei Jubiläen haben zu Festschriften Veranlassung gegeben: Die Hundertjahrfeier der Königlich Israelitischen Oberlcirchenbehörde bezw. des Oberrats der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (1932) und das hundertfünfundzwanzig jährige Bestehen des Oberrats der Israe״ liten Badens (1934). In dem ■ersteren2, das gleichzeitig als 12. Veröffent״ lichung der Sor\cino״Gesellschaft erschienen ist, veröffentlicht der Ober« rat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs Bilder der Gotteshäuser und der Friedhöfe sowie der jüdischen Kulturreste aus dem Mittelalter. Der beschreibende Teil der Veröffentlichung, den Stadt״ rabbiner Dr. Ri e g er verfaßt hat, enthält in einer kurzen Übersicht die Geschichte der jüdischen Siedlungen in Württemberg. Von der ältesten Sied״ lung zeugt nach Rieger eine hebräische Inschrift an einer viereckig aus״ gehauenen Stollennische im Keller eines Hauses in Heilbronn, welche Rieger ins 9. Jahrh. versetzt (?). Neben der Heilbronner und vielleicht der Haller Judensiedlung sei die Eßlinger wegen■ ihres Alters besonders zu nennen. Iml 13. Jahrh. erscheinen bereits 32 Ortschaften auf dem Gebiete des heutigen Württemberg mit jüdischen Gemeinschaften׳. Ihre Zahl vermin״ dert sich im 14. Jahrhundert auf 20. Die Ausweisung der Juden i. J. 1492, bestätigt durch Karl V. i. J. 1521, begründet die ländlichen Juden Siedlungen; Die Marksteine für die Neusiedlung der Juden iti Württemberg sind d. J. 1713, 1736 (Josef Süß Oppenheimer spielt dabei die entscheidende Rolle), vor allem■ 1758. Wenn Rieger in der Erzählung von Mar Sutra, der in Hall begraben sein soll, uiid der Niederlassung persischer Juden daselbst um 690 ein Körnchen Wahrheit finden und unter Hall ״Schwäbisch״Hali״ verstehen willy so ist dieser Bericht bereits von Tykocinski (Germania Ju״ d'aica I S. 125, vgl. ib. S. 323) als völlig wertlos bezeichnet worden. Die genannte hebräische Inschrift sowie das bisher von der Heilbronner ״Kata״ kömbe* Mitgeteilte gestatten jedenfalls nicht, von, der ״Zeit der römischen Siedlung'4 in Württemberg zu sprechen־, wie Rieger es tut. Die Bilder der noch vorhandenen jüdischen Kultusreste -v es sind Grabsteine im romanischen und gotischen Zeitstil — beginnen mit dem lllmer Grabstein a. d J. 1243. Eine Karte der jüdischen Siedlungen in Württemberg schließt das Werk ab, dessen Photographien und Ausstattung hervorragend genannt 1 S. o. S. 11 ff. : ';‘"■י . 2 Jüdische Gotteshäuser und Friedhöfe in Württemberg, Stutt״ gart 1932.