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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 3 · p. Seite 255

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 3
Article
Jüdische Übersetzer am Hofe Karls I. von Anjou, Königs von Sizilien (1266-1285)
Date
1935-01-01
Page
Seite 255 (sequence 10)
Language
German
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Jüdische Übersetzer am Hofe Karls I. von Anjou 255 durch diese Übersetzung die medizinische Wissenschaft im christlichen Kulturkreis bereicherte. Farag־ brachte neben seiner sprachlichen Begabung eben auch das medizinische Wissen mit, und der König verstand recht gut zu würdigen, was ein solcher Kopf für ihn bedeutete26. Auch diese Übersetzung Farag-s hat nach Erfindung der Buchdruckerkunst die ihr gebührende Beachtung gefunden; sie ist ini Jahre 1532 zu Strafiburg gedruckt worden27. Durch die Übersetzertätigkeit Farags war in Neapel, wenn wir es so nennen dürfen, ein literarischer Großbetrieb entstand den. Eine ganze Reihe von Kopisten, wie wir sehen werden, zum guten Teil auch wieder Juden, waren mit der Herstellung der Reinschriften beschäftigt. Der Übersetzer Farag־ hatte sie sodann durchzukorrigieren. Man ist mit höchster Verantwort- 26 Eine prachtvolle ■aus dem Jahre 1347 stammende Abschrift der Übersetzung des Taquim befindet sich in der Breslauer Staats- und Universitätsbibliathek (III, F. 28). Für die Benutzung dieser Handschrift und des für den vorgesehenen Handschriftenikatalog der genannten Bibliothek hergestellten ,wissenschaftlichen Apparates sei mein wärmster Dank ausgsprochen. Dieser Handschrift, die nur 64 Jahre nach Abschluß der Über- Setzung hergestellt ist, kommt eine besondere Bedeutung zu. Vgl. zu ihr: A. G. E. Th. Henschel: Catal'ogus codicum medii aevi medicorum ac physicorum vetustiorum, qui in bibliothecis Vratislaviensibus asservantur. Breslau, 1847, Nr. 12, vgl, auch Particula IX, S. 16, Nr. 241. Die Bemerkungen Henschels, die nicht frei von Irrtümern sind, werden ergänzt von Otto Günther: Spuren verschollener Bibliotheken unter den Handschriften der Breslauer Staats« und Universitätsbibliothek. (Zentralblatt für Bibliothekswesen^. Bd. 40, November 1923, S. 493). Bemerkenswert ist, daß die Breslauer Handschrift eine Zeitlang im Besitz Wallensteins war, der sie der Kall egiatkir che zu St. Marien in. Großglogau gestiftet hatte, nachdem der wertvolle Codex bei der Einnahme von Breitenburg in seine Hände gefallen war. Bis dahin hatte sie dem Grafen Heinrich Rantzau gehört. 27 In der Vorrede heißt es hier: Caroli ... de mandato . . . per mag. Farragum Iudaeum fidelem eius ad opus camerae eins felids . . . etc. translatum. Dadurch daß der Herausgeber, der offenbar von König Karl I. von Sizilien nichts mehr gewußt hat, an den Randi der Ausgabe: Carpli magni decretum gesetzt hat, ist aus Farag: fälschlich ein Leibarzt Karls des Großen geworden. Auch Leibarzt Karls I. ist Farag־ nicht gewesen. Aus einer Verfügung dies Königs vom 27. Februar 1274 wissen wir, daß Karl I. sich eines jüdischen Chirurgen bediente: ,,Cum nos Johade ehreo drurgico de Neäpöli iideli nostro dedimüs htterb in! mandatis“ . . usw.

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