Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Übersetzer am Hofe Karls I. von Anjou, Königs von Sizilien (1266-1285)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 254 (sequence 9)
- Language
- German
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254 Willy Cohn Verfügungen als ״Tacuynus de febribus“ bezeichnet wird. Die Arbeit wurde nach einer Schlußbemerkung am 2. März 1281 abgeschlossen23. Am 18. März 1281 traf der König eine Verfügung wegen der Anfertigung einer Abschrift24. Auch hier handelte es sich wiederum um ein sehr bedeut« sames Werk der arabisch-medizinischen Literatur aus dem 11. Jahrhundert. Sein Verfasser war Abü-l-Hasan Al! Jahjä ibn Isä ibn Öazla (Djezla) Al-K^tib Al-B^dad*, der, wie sein Name sagt, in Bagdad geboren ist und im Jahre 493 der Hedschra, also im Jahr 1099/1100, wahrscheinlich gestorben ist. Der Verf. war ein zum Islam übergetretener Christ. Das bekannteste Werk dieses Verfassers, der abgekürzt in der Regel als ״Ebn Djezla'" bezeichnet wird, ist der Taquim al abdän fi tedbü־ al insän. Es handelt sich in diesem Werk um eine summarische Übersicht über die Pathologie, die in Gestalt von synoptischen Tafeln abgefaßt ist. Es sind 44 Tafeln, von denen jede auf 2 Seiten die Ge« schichte von 8 Krankheiten enthält, also im ganzen von 352. Interessant ist, daß für jede Krankheit eine sogenannte könig« liehe Behandlungsweise — tedbir maleky — und eine gewöhn« liehe Behandlung aufgezeigt wird. Die erstere war nicht für alle Geldbeutel geeignet.; Die Form der Synopsis für ein derartiges Werk scheint zum ersten Male in der arabischen Literatur angewandt worden zu sein25, und es war wiederum ein Verdienst König Karls, wenn er 23 Explicit Tacuinium Dei exoel'si adjutorio de Arabico in׳ Latinum translatum Neapoli die II. Marcii VIIL inddetionis (1280) per manus mag“. Farregi supradicti ad opus regis excellenitissimi Karoli supradicti; vgl. F. W üst enf eld: Die Übersetzungen, arabischer Werke in das Lateinische seit dem XI. Jahrhundert (Abhandlungen der Kgl. Gesellschaft der Wissen« schäften! zu Göttingen. 22. Band / 1877r S, 107r; § XXIV. 24 Vgl. Del Giudice: Codice diplomatico, S. 175, Anm.: Item cum faiciamus scribi per Bauduynum de Marchia unum Tacuynum de febribuS., quem transferri feahmis nuper per Faracium Iudeum. Auf dieses Datum hat schon M. Steinschneider: Die hebräischen Übersetzungen des Mittelalters und die Juden als Dolmetscher,, 1893, Bd. II, S. 974, § 582, hin« gewiesen. 25 Das Vorstehende ist dargestellt auf Grund von Ledere, a. a. O., Bd. I, S. 493, 495, sowie Ghoulant, a. a. 0.r S. 369.