Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Übersetzer am Hofe Karls I. von Anjou, Königs von Sizilien (1266-1285)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 250 (sequence 5)
- Language
- German
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250 Willy Cohn Der König verwandte den offenbar von ihm sehr geschätz״ ten Mann auch auf ganz anderem Gebiete. Am 23. Dezember schrieb König Karl an die jüdischen Gemeinden von Palermo und von Garbo, daß er durch Meister Ferragut den ihnen empföhle״ nen Maborach Faddalchassen (Wohl: Mubarak Fa?l Hasan), Einwohner von Palermo, habe prüfen lassen. Er sei geeignet für das Amt eines Geistlichen in ihrer Synagoge, für das Schächten im Schlachthaus und für ihre steuerliche Ver״ anlagung. Da er also für diese Ämter geeignet befunden sei und den verlangten Eid geleistet habe, so erhalte er die Ur״ künde, die ihn zur Ausübung seines Dienstes berechtige9. Am 6. Februar 127810 hat Farag die Übersetzungsarbeit begonnen, am 13. Februar 1279 hat er sie beendet* 11. Mit außerordentlichem Interesse hat König Karl das Werden dieser Übersetzung des El-Häwi verfolgt und sie durch Verfü״ gungen an seine Schatzmeister, die auch die einzelnen Bände des Originalmanuskripts in Verwahrung hatten, gefördert. In einem Mandat an den König von Frankreich vom 3. April 1278 wurden 3 Goldunzen für Faresche, wie er hier ge״ nannt ist, angewiesen12, in der gleichen Anordnung wurde auch für Moses, den Juden״Übersetzer, ebenfalls ein Betrag aus״ geworfen, auf den noch bei der Behandlung dieses Mannes zurückzukommen sein wird. Aus einer Verfügung vom 2. September 1278, die aus La״ gopesole datiert und an die Schatzmeister gerichtet ist, ersehen wir, daß Farag für seine Tätigkeit IVg Goldtari auf den Tag bekam; damals arbeitete er an dem 5. Buche des El H^wi; denn jüdischen Ärzte vom frühesten Mittelalter bis zur Gleichberechtigung” (Ver~ öffent lichungen der A. S. Bettelheim״Stiftung in Wien Bd. 4), Wien 1930, Seite 23. 9 Dies nach einem italienischen Regest der lateinischen Eintragung in das Register König Karls. Die Namen sind offenbar schon entstellt in das Register eingetragen worden. 10 Vgl. zu diesem Datum Reg. ang. 34 f. 48. 11 VgL zu diesem Datum Durrieu a. a. O. S. 193r Anm. 4. Das Datum folgt aus einer Bemerkung in der Pariser angeführten Handschrift 6912 auf Blatt 189. 12 Ä. de Boüard: Actes et lettres de Charles Ier roi de Silice concer״ nant la France (1257—1284) Paris 1926, Nr. 1087.