Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Übersetzer am Hofe Karls I. von Anjou, Königs von Sizilien (1266-1285)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2829132-2830007-2830011-2839533--53463-2839601- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Jüdische Übersetzer am Hofe Karls I. von Anjou 249 Bild III: König Karl übergibt das Buch dem Übersetzer Farag־ Bild IV: Farag ist bei der Arbeit. Vor ihm liegt auf einer Art Pult das arabische Exemplar, auf seinen Knieen hält er das Buch, in das er die Übersetzung einträgt. Bild V: König Karl hat seinen Schatzmeister vor sich, der im Begriff ist, Farag den Preis seiner Übersetzung zu; bezahlen. Der Übersetzer Farag zeigt in seinen Z*ügen einen) ausgesprochen semitischen Typus7. Diese beiden Bilder stellen, die früheste porträtähnliche Wiedergabe eines Juden im Mittelalter dar. Daß ,es sich um ein Malen nach dem lebenden Menschen handelt, wird noch zu zeigen sein. Farag־ machte sich sofort ah die Arbeit der Übersetzung, aber ehe wir ihn dabei belauschen — wir können dies, weil eine große Anzahl von Verfügungen König Karls sich mit diesem Werke befaßt — sei das gesägt, was wir über den Übersetzer selbst wissen8. 7 Darauf weist besonders Durrieu a. a. O. S. 199 hin: ״Voyez par exemple, oomme on retrouve bien lies traiits caracteristiques du type semi״ tigue“; vgl. hierzu David Kaufmann: Un portrait de Faradij, le Traduc״ teur (REJ. 19 [1889] S. 152—154); ebd.: La figure de Faradj revele les traits distinctifs qui sont les elements eonstitutifs du type sephard'i,!'ovale pronöince du visage, les contours nets et la fine! coupe du nez fortement husque, les yeux per «pan ts et petillants d' inteiigence, les levres mimces et Ie menton proeminent. 8 Sein Name kommt in den verscbiedenlsten Formen vor, je nachdem es sich um lateinische oder altfranzösische Verwaltungsverfügungen handelt — es waren die beiden Sprachen, in denen damals in Neapel regiert wurde. So finden sich u. a. Farasius, Farragut, Ferragut, Farresche. Hebräische Quellen aus jener Zeit besitzen wir nicht. Vgl. zu Farag: Moritz Steins chn eid er: Hebräische Bibliographie. Blätter für neuere und ältere Literatur des Judentums, Nr. 120/1880. S. 136; derselbe: Die nebräischen Übersetzungen des Mittelalters und die Juden als Dolmetscher. Ein Beitrag zur Literaturgeschichte meist nach handschriftlichen Quellen. Berlin 1893, Bd. II, S. 974. § 582. Steinschneider trägt in diesem Werk ein gewaltiges Material zusammen, das aber leider wenig anschaulich gemacht wird: .— Früher hatte man irrtümlicherweise angenommen, daß Faragius in die Zeit Karls des Großen gehört; vgl. hierzu N. F. J. Eloy: Dictionnaire historigue de la medecine ancienne et moderne, BdL II, Mons, 1778, S. 198, wo der Irrtum unter Bezugnahme auf andere Literatur richtig gestellt ist. — Ferner Steinschneider: Die europäischen Übersetzungen aus dem, Arabischen bis Mitte des 17. Jahrhunderts (Sitzungsberichte der kais; Akademie d. Wissenschaften in Wien,.. Phil.״hist. Klasse, Bd. CXLIXr Wien 1904. — Vgl. auch Max Neuburger: Geschichte der Medizin II. Bd., 1. Teil, Stuttgart 1911, S. 335; ferner Samuel Krauß: Geschichte der