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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 3 · p. Seite 227

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 3
Article
Zur Mathematik in Bibel und Talmud
Date
1935-01-01
Page
Seite 227 (sequence 4)
Language
German
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Zur Mathematik in. Bibel und Talmud 227 zählt doch z. B. Philo, daß aus vielen tausenden von Städten viele Tausende zu jedem Wallfahrtsfeste nach Jerusalem ström״ ten und auch er dort gewesen sei (vgl. Bergmann in Judaica, Festschrift zu Hermann Cohens 70. Geburtstage, Berlin 1912, S. 147) — macht es höchst unwahrscheinlich, daß zu den Talmud״ gelehrten trotz ihrer Exklusivität keine Kunde von griechisch״ abstrakter Mathematik, wie diese in Alexandria getrieben wurde, gelangt ist. Daher möchte ich der Zuckermannschen Anschau״ ung nur beipflichten und als Beleg hierfür noch auf die aus״ schließliche Verwendung des approximativen Wertes 3t 3 im talmudischen Schrifttum statt des besseren archimedischen 3V7 hinweisen, obgleich sich letzterer6 bereits in der nach der Da״ tierung von Gandz7 aus der Zeit vor der Mischna stammenden Mischnat ha middot (+ 150) findet. Der Wert 3V7 wurde wohl auch deshalb in Mischna und Gemara nicht benützt, weil er sich weder aus einer Bibelstelle folgern, noch experimentell herleiten läßt, sondern seine Berechnung weitergehende mathematische Kenntnisse erfordert. Noch im deutschen Mittelalter, im vier״ zehnten Jahrhundert, bemerkt Albert von Sachsen, der erste Rektor der Wiener Universität, in seiner Schrift über die Kreis״ quadratur8 zunächst irrig, daß 3t genau 3V7 sei, und fügt bei, daß es einen Beweis dafür gebe, der aber schwierig sei. Ein mit dem talmudischen Schrifttum so vertrauter Mann wie der Wilnaer Gaon, Eiiah Wilna (1720—1797)9, begnügt sich und 6 Auf Grund! einer mir nach Abschluß dieses Aufsatzes von Herrn Professor Dr. Michael Guttmann in Budapest freundlichst gemachten Be״ merkung. war der Redaktion des Talmuds bekannt, daß סל den Wert 3 um ״etwas“ über trifft, was aus dem Worte maschehu — etwas im babylo״ nischen Talmud (Erubin 14 a) hervorgeht. 7 S. Gand z, The Mishnat ha middot, the first hebrew geometry of about T50 c. e. and the geometry of Muhammad ihn Musa AhKhowarizmi, Quellen und Studien zur Geschichte der Mathematik, Astronomie und Physik, Abteilung A, Quellen^ Bd. 2, S. 48, Berlin 1932. 8 Vgl. H. Suter Der Tractatus ״De quadratura circuli“ des Albertus de Saxonia, Zeitschrift für Mathematik und Physik, XXIX. Jahrgang, historisch״literarische Abteilung, S. 90, Leipzig 1884. 9 Vgl. E. Fink, Eiiah Wilna und1 sein! elementar״geometrisches Com״ pendium, Festschrift zur 50jährigen Jubiläumsfeier der llnterrichtsanstalten der israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M., S. 8 und 9, Frankfurt a. M. 1903. 15*

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