Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Um das Gebot der Nächstenliebe
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 7)
- Language
- German
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Um das Gebot-' det־ ' ,Nächstenliebe 215 Gesetz׳und"zwar gerade von׳ jüdischer ׳ Betrachtungsweiseäls eine diö Gesamtheit dar Menschen י angehende Ordnung ah״ geschaut wird/ 'Wi׳eses' ganz durchschlagend ,'z. /B.* י iih >Ben Sirach (c.T7 Anfarig) zuten Ausdruck kommt/ umso hherträglieher; wird jede Enge im Begriff des Nächsten/ auch ohrie ’daß es eines'exe״ getischeri Nachweises bedürfte/*wie •ihn ׳ dn'^beachtlichesr •-Weise Chiskija b. Mannah vörnirtimtJk Hatte ־der Dekalog 'nur •׳den Volksgenossen im Äüge gehabt sö würde erdeh Ausdruck׳ ׳ach ״Bruder" gewählt haben, meint er/ ähnlich wie5 Deut ■-23^/^1,' wo er. den absoluten Gegensatz zu Nökhri, dem Fremdstämmigen, ausdrückt20. Nür insofern als die; sittlichem Dekaloggeböte an die Welt gerichtet gedacht sind/ kann die Anschauung aufkom״ men/ daß die Völker der'Erde auf sie verpflichtet sind und: auch von außen her der Jude> als Rea ahzuerkennen sei. Mit'•• der prächtigen Naivität und vereinfachenden SchauWeise, die ״; ein Wesensänteil der frommen Menschen ist, erklärt• Samuel aus Regensburg, ־ wie Gott die Völker zur Rechenschaft ziehen werde, die gegen die Satzung der Nächstenliebe verstoßen21; Im Neuen ׳Testament steift *ein pharisäischer Schfiftgelehrtör die Frage: Wer ist5׳‘derNächste?v'Jösus,’antwortet darauf fhit einer Gleiehnisrede22, bei der es darauf 'hii^tiskömrnt/ daß der Samaritaner der Nächste sei. j Diesä^Auskunft war mit;schuld daran, däßfes zü einer UritersCheidiihg1 zwischen einer Chri sh liehen und ־ jüdischen Auffassung;1 iih Begriff5 des! ״Nächsten kärri. Geschichten Abrahams zu lesen pflegte, < d׳aß? keinr: Mensch ו mit >׳eih£11nK?ven« heirateten Weibe Unzucht treiben• *.diürfe ,usw/\ (.39; 6).,,laicht/einer. Gefühls״ einstellimg und nicht einer , persönlichen Eingebung, und sei1 es auch die edelste^ ist danach Jpsef gefolgt sondern "im ״ Gehorsam . gegen ein Gebot, also aus echt sittlichen Motiven־hat ־ergehandelt. Im jücLischeh Dfenkeridehte die Vorstellung/ daß'•dieu 10 Geböte/ ganz oder5 "teilweise/* Schölt•* vor •׳ dier sinaitischen Gesetzgebung;?urid zwar I als •; Gebote. bekannt; .waren,; .und), ׳auch gerade das, Gebot der. Nächstenliebe, wurde, den; i dpi^, > JNoab| ^gegebenen Satzungen zugezählt, ,wie man. aus. dem gleichen Schriftwerk 7 20 ersehen mäg. Damit hat der 'Begriff des Nächsten im ־ Liehesgebot seine Üaren Umrisse erhalten•. Der Mitmensch " istf da', bevor ‘ esr Höch da& ־ Völld ferkel und den jüdischen Volksgenossen gibt;/.■ .׳ b r; ־׳. -. 1־V; r;-i; f׳ 20 Chasküni zu Ex. 20, 13. 21 Sef. Chassidim Nr. 1454. : w .,:י . u * •22 Luk.• 10äo^-. s.-/ ■V-•?. , ■׳־ .י!׳1'׳Jי‘ ^'•־׳'־