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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 197

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Neuere Arbeiten zur Philosophie des Mittelalters [Rezension]
Date
1935-01-01
Page
Seite 197 (sequence 3)
Language
German
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Besprechungen. 197 Zeugungen« und Bedenken ihre Macht verlieren'4 (29). Wenn׳ Julius Gutt״ mann in der Tat an! der ״gesetzlichen Begründung der Philosophie'4 im Mittelalter vorbeigeht (s. o. 1933, 398), so beruft sich St. zu seiner Er״ gänzumg darauf, daß der von der Thora vorgeschriebene Gottesdienst die Erkenntnis mittelbar voraussetzt; in Wahrheit' befiehlt die Bibel׳ nicht nur ״implizite44 die Erkenntnis, sondern auch nach der von St. angeführten Stelle More HI 51 (vor der Anm.), wie nach Bach ja I 3 (vgl. auch Cassel! zu Kusari V 21) explizite, da die Forderung der ״Gotteserkenntnis44 zuweilen im wissenschaftlichen Sinne verstanden wird. Andererseits nvüdert sich die Härte der Frage, wozu der Philosoph des Gesetzes bedarf, nicht sehr durch den Hinweis auf seine soziale Funktion, da der philosophische Mensch; für Maimuni trotz More HI 27 weniger dasCtoov tcoXitixov des Aristoteles als das C«)0v Xo־pov seiner Kommentatoren ist; daher überschätzt St. wohl auch die Bedeutung der platonischen ״Gesetze", die übrigens, selbst wenn sie er״ wiesen wäre, den ״Platonismus44 der Benutzer noch nicht begründete. Aber auch als Lehre hat die Thora für M. nicht entfernt die Bedeutung wie für CreScas; die einzige Frage, zu deren Lösung nach ihm die Vernunft nicht ausreicht, ist die Schöpfungsfrage, die er in den: philosophischen Stücken der hal&chischen Schriften ganz beiseite läßt und auf welche die Bibel1 eine unmittelbare und unzweideutige Antwort nach ihm gar nicht gibt. Aber allerdings enthält die Bibel Mitteilungen über Tatsachen^ die ihn mittelbar zur Korrektur des aristotelischen Gottesbegriffes führen. Als geschichtliche Urkunde ist sie auch für Jehuda Halevi und für Levi ben Gersan, wenn auch in anderem Sinne, von höchstem! Wert. Wer also׳ mit St. der Lehre der ״mittelalterlichen Aufklärung44 vom der Bibel Gegenwartsbedeutung beimißt, leitet ״Vernunftwahrheiten aus Geschichtswahrheiten44 ab und setzt sich damit (im Anschluß an H. Scholz?) in äußersten! Gegensatz zur Aufklärung des 18. Jahrhunderts. Aber ruft nicht gerade St. zu deren Überwindung auf? Fritz Bamberger, Das S y s t e m d e s M a i m o n i d e s, eine Analyse des More Newüchim vom Gottesbegriff aus, Schocken״Verlag, Berlin, 1935, 137 S. (Kart. 6 M., Halbleinen 7.20 M.) knüpft an Anregungen Julius Gutt״ manns und1 an dessen Feststellungen über die religiösen Motivei Maiimunis wie (Philosophie des Judentums 192) über Spannungen־ in seinem« System an. Unter dem Einfluß des jüdischen; Gottesbegriffes ist nach ihm M. auf bestem Wege, den unpersönlichen, dynamisch״ emanatistischen, gegen menschliche Sittlichkeit indifferenten Gottesbegriff des Aristoteles in die Vorstellung * einer freien, «ethisch wirkenden göttlichen Persönlichkeit umzuwandeln‘ Unter dem Druck der Autorität des Aristoteles bleibt er jedoch oft auf halbem Wege stehen. Die von ihm übernommenen! Gottesbeweise führen entweder auf den immanenten Gottesbegriff: des Aristoteles oder auf den transzendenten des Plotin, nicht auf den lebendigem Gott der Religion; und mit dem Neuplatonismus steht die Lehre von den! negativen Wesens״ attributen in Einklang; aber die Lehre vom den Tätigkeitsattributen führt den jüdischen Gottesgedanken ein und hält die Idee Gottes als des sittlichen Vorbildes des Menschen aufrecht (54). Ihr entspricht die Lehre von der

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