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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 175

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Die Stellung Achad Haams zu Maimonides
Date
1935-01-01
Page
Seite 175 (sequence 8)
Language
German
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Die Stellung Achad Haams.zu Maimonides 175 kennenden,durch seine Einbildungskraft. Er wird vermöge dieser ein besonders gutes ״Medium" der göttlichen Emanation. Es findet hier also ein Einbruch in die Erkenntnisordnung statt, wenn auch das Ergebnis der prophetischen Schau mit dem der philosophischen Erkenntnis übereinstimmt. Es wird dem Pro״ pheten nachgerühmt, daß er Erkenntnisse erlange, deren Motive die Spekulation des Erkennenden nicht zu erfassen vermag9. Auch macht die Emanation die Wirksamkeit des prophetischen Denkvermögens vollkonimen. Die intellektuelle Bewegung geht — wenn man so sagen kann — bei dem Propheten kraft seiner Veranlagung und seiner moralischen Konzentration von oben nach unten und nicht wie bei der sonstigen denkenden Tätigkeit von unten nach oben, ״Ein Letztes und Tiefstes ist dem rein diskursiven Denken nicht zugänglich, ohne daß es im einzelnen deutlich wird, wie sich im metaphysischen Erkennen Begriff und Intuition verschlingen oder wie sie ineinander übergehen"10. Mit der Lehre von der Mächtigkeit der Vernunft ist M. eine das Mittelalter überragende Gestalt« An einigen wenigen Hinweisen (Saadja, Jehuda Halevi) zeigt Achad Haarn den Abstand, der ihn darin von den anderen jüdischen Religionsphilosophen trennt. Mit seinem Kampf für die Reinigung des Gottesbegriffes, an dem nichts erkennbar ist außer der notwendigen Existenz Gottes, kämpft er gegen Vorstellungen, die nicht nur in der breiten Masse, sondern auch bei den Talmudisten verbreitet waren. Die Kraft zu seinem einsamen, der Mißdeutung preisgegebenen Weg, kann nicht nur aus dem Widerstand des denkenden Menschen entsprungen sein, nicht nur aus seinem Sinn für Logik. Achad Haam sieht vielmehr die innere Triebfeder (מניע פנימי) m einer Reaktion M. auf Zeit und Umwelt. Die Verfolgung der Juden durch den Islam hatte in ihnen die Frage aufgeworfen, wie die Wahrheit des Mose zu begründen sei vor dem Anspruch der islamischen Gläubigen, die in Muhammed den echten Propheten erblicken. Moses hat Zeichen getan, Muhammed Wunder. Aus sich allein kann die Religion den Beweis nicht führen. Glauben hier und Glauben da, und der Moreh H, 38. 10 Julius GuttmöTin: Die Philosophie des Judentums, S> 179

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