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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 173

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Die Stellung Achad Haams zu Maimonides
Date
1935-01-01
Page
Seite 173 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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Die SteHung Achad Haams zu Maimonides 173 liehen Gebote einzuschärfen. Sie ist Volksmetaphysik, Ethik und Erziehungslehre in einem. Die Übereinstimmung der Torah mit der Philosophie im einzelnen nachzuweisen, ist ein schwieriges Unternehmen, und der Versuch, den M. hier unternimmt, das Vergänglichste an seiner Leistung. Um die Rationalität der Torah zu retten, muß er Gründe für die Gebote angeben, wenigstens für ihre allgemeinen Bestimmungen (כללים), und das sind Gründe, die die Torah in ihrer Selbstdarstellung nicht hergibt. Er wird des weiteren zu gewaltsamen Umdeutungen von Schrift« stellen und Überlieferungen gezwungen. Dabei wird aus dem צדיק ein Philosoph: und aus dem lebendigen Gott ein Abstraktum. Der Versuch gelingt eigentlich nur bei der Erklärung der sittliehen Gebote der Torah* Auch hier aber erweist sich das philosophische Prinzip als übermächtig; sonst könnte nicht die gut© Tat die unterste Sprosse einer Leiter sein, deren oberste eben nicht Handlung sondern Erkenntnis ist. Daß bei alledem die Einhaltung des göttlichen Gebots Verpflichtung bleibt, begründet sich daraus, daß es die notwendige Bedingung zur Erreichüng des letzten Erkenntniszieles ist, dann aber auch daher, daß :es ebenso, wie die Natur Gottes Schöpfung ist . . . Den augenfälligsten Beweis aber von der Vorzugstellung der Ver~ nunft liefert M.• selbst in unmißverständlicher Weise in seinem Gleichnis vom Königspölast. Die leidenschaftliche Ablehnung, die dieser Stufenordnung später zuteil wurde, das Ärgernis, das man an der Hintansetzung des nichtphilosophischen Frommen nahm, ist Beweis genug dafür, wie weit sich M. damit von den Werttafeln der Überlieferung entfernt hat. Gegen diese Ansicht Achad Haams von der totalen Unterwerfung der Religion unter die Herrschaft der Vernunft gibt es auch einen gewichtigen Einwand. Er ist in der Lehre von der Prophetie enthalten. Sie bildet einen Sonderbezirk in dem System des Philosophen, und, bis heute ist eine befriedigende Klärung ihrer Stellung in seinem System nicht gelungen7, Achad 7 Ein־ neues Verständnis dieses schwierigen Kapitels leitest Lea Strauß in seinem soeben erschienenen weit ausgreifenden Buch: Philosophie und Gesetz. (Berlin, Schocken«Verlag1935 ,־) ein. Er kommt im Zusammenhang mit der Interpretation der -arabischen Vorgänger M.s zu dem Schluß, daß die Prophetologie als Hauptstück in der Lehre M.s zu betrachten sei. Vor

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