Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Quellenkritik des Mischneh Thora
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 8)
- Language
- German
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Zurr Quellenkritik des Misckneh Thora 155 Fromme und Gerechte gab es ja schon in vorsinaitischer Zeit. Die göttlichen Strafen, von denen Einzelne sowohl wie Gesamtheiten betroffen wurden, galten immer der begangenen Sünde. Und darin liegt schon nach Anschauung der Alten die Voraus- Setzung des vorausgegangenen Verbotes. Man vgl. Mafteach Hat. II, 181 ff. Nur unter der Voraussetzung der noachidischen Uroffenbarung ist das jüdische Traditionsmaterial im Hinblick auf das vorsinaitische Völkerleben richtig zu verstehen. Man vgl. J. B. Lewinsohn זרובבל I, "16־ff., meine אסמכתא S. כ*א ff. — Die Forderung des Maimonides, daß auch die Umwelt ihre Noachidengeböte als vom mosaischen Gesetz vermittelt anzuerkennen habe, hängt wahrscheinlich mit seinen Grundsätzen über Universalisierung der Tora über den jüdischen Glaubenskreis hinaus zusammen. Man vgl. seinen Mischnakommentar zü Chelek Artikel VII und VIII und insbesondere seine Ausführungen gegen Ende seines Kodex Melakhim (Abschnitt XI). b) M. R. E. hat או ששיתפו שם ע״ז bei Maimonides fehlt dies. Hier scheint wiederum Maimonides seinem eigenen Standpunkt gefolgt zu sein. Er ist es nämlich, der den Schittuf, d. h. die ״Beiordnung" bezw. den Glauben an Mittler oder vermittelnde Himmelsgewalten — auch im Hinblick auf die Völker — als Götzendienst hinstellt, womit ja schon von vornherein gesagt ist, daß Anhänger irgend eines Schittuf-Bekenntnisses bereits durch diese eine Tatsache Verletzer der Noachidengesetzgebung sind. Maimonides folgt hier mehr seinem philosophischen Denken und seinen arabischen Vorgängern1 als seinen Traditionsgrundlagen. R. Jochanan, der noch Schüler Rabbis war, sprach den Grundsatz aus (Chul. 13b) ככרים שבחוצה לארץ לאו עובדי עבודה זרה תן אלא מנהג אבותיהן בידיה!. Die Zeitgenossen Maimunis und die späteren Autoren haben sich ihm nicht angeschlossen. Einer der Enkel Raschis, R. Jakob Tarn, spricht sich hierüber wie folgt aus: בזמן הזה כלם כשבעין■ בקדשים ואין תופסין בשם אלהות ואף על פי־ שמזכירין עמהם שם שמים וכוונתם לדבר אחר מכל מקום אין זה שם עבודה זרה, כי דעתם לשם עושה שמים וארץ. ואע״פ שמשתף שם שמים ודבר אחר, אין כאן לפני עור וכד, דבני נח לא הוזהרו על כך. (Toss. Bechor. 2b sv. שפא). Man vgl. hierzu Sanh. 63b, 1 Vgl. Golld^iker, Vorlesungen über dien Islam2 41 f.