Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Maimuni und die arabischen Einheitslehrer
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 40)
- Language
- German
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Maimuni und: die arabischen Einheitslehrer 141 Menschen aus seinem Sündenschlafe aufzurütteln201. Weit stärker als diese — immerhin seltenen — Hinweise auf beson״ dere Begründungen dienen Mahnungen, die Maimuni, vorwiegend am Ende der Behandlungen der Gesetze, einzuflechten pflegt202, zur Verinnerlichung der Gesetzesübung. Nimmt man weiterhin hinzu, daß Maimuni stets den Zusammenhang der rabbinischen Vorschriften mit den biblischen203 und, so weit nötig, mit geschichtlichen Ereignissen betont, so ergibt sich, wie ernst er es mit seiner Aufgabe genommen hat, die Gesetze in ihrem Zusammenhang miteinander und mit der Vernunft darzustellen204. Wenn ein neuerer Kritiker Maimuni entgegengehalten hat, ״das orthodoxe Judentum wolle die geoffenbarten Gesetze nie als Mittel, als Handhabe großer Ideen, sondern als Selbstzweck, als die Manifestation unseres unbedingten Gehörsams gegen Gott, betrachtet wissen205״, so verdeutlicht diese 201 הלבות תשובה III 4 in offenbarer Ablehnung־ von R. hasch. 16 b. De!r Schlaf wird' gleichgesetzt mit der Hingabe an die Eitelkeiten der ״Zeit“ (etwa saeculum; ton verwandt arab. dunja), genau wie bei der Begründung des Gebotes der Mesusa VI 13. Über dem mystischen Ursprung dieser Bilder von Schlaf und Erweckung (im Gegensatz zu den biblischen) vgü. Hein e m a n n, Lehre von der Zweckbestimmung 42. Ich würde heute nicht gerade die Hermetik, sondern allgemeiner die Gnosis als Quell gebiet des Bildes bezeichnen (vgl. J o!nas7 Gnosis und1 spätantiker Geist, I 1934, 115) und׳ schon für Ps. Sal. 16 mit ihrem Einfluß rechnen. — Gleichfalls als Vergeistigung darf wohl M.s Behandlung der Vorschriften über die Purimifeier הלכות מגלה II 15 ff. hier erwähnt werden: ״man trinke, bis man berauscht 1ein״ schläft“ (viel krasser, Meg. 7 b). ״Besser ist die Erhöhung der Armengaben, als die Bereicherung der Mahlzeit und die Steigerung d!er Geschenke an Freunde; denn es;gibt keine höhere, rühmlücbere Freude als das Herz der Armeny Waisen, Witwen und Fremden zu erfreuen. Denn wer das Herz dieser Armen erquickt, gleicht der Gottheit; denn •es heißt: auflieben zu: lassen den Geist der Niedrigen und das Herz der Gebeugten“. — In diesem Zusammen״ hang darf auch angeführt werden7 daß Maimuni bekanntlich die Wiederholung des Hauptgebietes abgeschafft hat, irm Störungen, des Gottesdienstes vorzubeugen1: E p p e n s t e i n in: Moses ben Mai'mon II 55. 202 Bach erin: Moses ben Maiman E 164 ff. 203 Bacherdbd. 148ff. 204 Kobez I Nr. 249; כוונתנו בכל זה החבור לקרב הדינים לשכל או לענין היותר קרוב 205 B. H. Auerbach, Geschichte der Gemeinde Halberstadfe 209. Die Kritik richtet sich allerdings vorwiegend gegen die* Behandlung im More und hat einen sehr engen Begriff der ״Orthodoxie“ zur Grundlage.