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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 140

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Maimuni und die arabischen Einheitslehrer
Date
1935-01-01
Page
Seite 140 (sequence 39)
Language
German
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140 Isaak Heinemarin führen195. Weitaus überwiegt daher die Zahl derjenigen Mensehen, für welche nicht nur die Betrachtung, sondern auch die Übung des Gesetzes erzieherisch unentbehrlich ist. Aber auch bei ihr kann das Gesetz seine Wirkung nur entfalten, wenn es im Hinblick auf seinen Zweck dargestellt wird. Darin liegt nicht, daß man die Gründe sämtlicher Gesetze aufdecken dürfte196; insbesondere ist es unzulässig, die — äußerst seltenen — Fälle mit Ungelehrten zu besprechen, in welchen die traditionelle Auffassung dem Wortsinn nicht ganz zu entsprechen scheint197. Vielmehr muß man ausdrücklich die Menge davor warnen, göttliche Gebote deswegen leicht zu nehmen, weil wir ihre Gründe nicht verstehen198. Aber allerdings darf auch der gemeine Mann wissen, daß etwa die Gesetze über Haartracht dem Eindringen götzendienerischer Gepflogenheiten wehren sollen199 und daß die Vorschrift des Tauchbades nach Pollution der Einschränkung des ehelichen Verkehrs dient200; er soll sogar wissen, daß das Schofarblasen nicht dazu da ist, ״den Satan in Verwirrung zu bringen", sondern den 195 More III 51, S. 460, 4 hbr. 83 b unten. 196 Vgl. N e .11 b ix r g e r 31 f. 197 Hierzu gekört dies Gebot der Taüion. Kaatz, JesChurun: 1926, 43 ff. hat mich nicht überzeugt. Wenn Maimunis Ansicht völlig -der traditionellen entspräche, so ,wäre!es unbegreiflich, daß er sogar anderen verboten hat, sie mitzut eilen. 198 Aus הלכות מעילה VIII 8: gewiß soll man nachdenken über die Gesetze der Thora und1 ihre Absicht nach Kräften) zu! erkennen suchen. Wenn wir aber für etwas keine Begründung finden, so dürfen wir es damit nicht leicht nehmen . . . wie bei gewöhnlichen Dingen. Wie schwer hat es doch die Thora mit Veruntreuungen am Tempelbesitz genommen 1 Und wenn Stein und Holz, Staub und Asche als heilig gelten, nur weil der Name des Weltherrn über sie ausgesprochen wurder wieviel mehr gilt von, ׳einem Gebot, das uns Gott festgesetzt hat, daß wir uns gegen es nicht auflehnen dürfen, weil wir ■etwa ihren Grund nicht kennen.“ Ne ub ur g er Anm. 516 vermutet einen Zusammenhang mit Platon, Minos 319 A, wo in ähnlicher Weise a minori geschlossen wird: sollten nur Steine und Holz, Vögel und Schlangen heilig seiin, Menschen nicht? In d'er Tat ist dieser Gedanke in den Neuplatonismus übergegangen; vgli. Julian Bp. 89 b, S. 297 a. 199 הלכות עכו״ם XII 1; vgl. die Polemik Tur, Jore dea 181. Freilich hat hier Josef Karo und neuerdings David Hoffmann (im Komm, zu Lev.) Maimuni1 zugestimmt. 2°° הלמל* איסורי ביאה XXI 11.

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