Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Maimuni und die arabischen Einheitslehrer
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 37)
- Language
- German
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138 Isaak Heinemann Aber sein Bestreben, den Leser unmittelbar zu Thora und Mischna zu führen, deren Studium durch das seines eigenen Werkes nur ergänzt werden soll, erinnert an das Verfahren der Almohaden, über die Arbeiten der Fuqaha hinweg auf Koran und sunna zurückzugreifen. — Wertvoll ist dagegen nach Maimuni jede Behandlung, welche den erzieherischen Zweck des Gesetzes zur Geltung bringt. So gewiß nun das Gesetz in all seinen Teilen für jeder« mann verpflichtend ist und auf Ausnahmsfälle keine Rücksicht nehmen kann185, so sicher ist sein Wert für den Weisen und für die Menge verschieden. Daher bedarf es allerdings für Leser beider Gruppen verschiedener Arten der Behandlung. Da das Ziel des Menschen in der durch Erkenntnis ge« schaffenen substanziellen Verbindung mit der Überwelt liegt, so hat jeder Kultus nur mittelbaren Wert; das gilt von der gei« stigsten Form, dem Gebet186, geschweige etwa von den Opfer« gesetzen, die nur den Abfall der am Sinnlichen und Gewohnten haftenden Menge zum heidnischen Kultus verhindern sollen187. Überhaupt liegt der positive Sinn der Riten wesentlich darin, daß sie die Kenntnis der Glaubenslehren im Volke befestigen188. Soweit Maimuni aus diesem Grundsätze die letzten Folgerun« gen zieht189, kann er der Ausübung des Gesetzes für den Maimunis zu dien. Gaonen, in: Moses ben Maimon I 332 ff. und! M. G utt« man n u. S. 148 ff. 185 N e u b u r g e r 67. 186 Neuburger 56. Mit der relativ höheren Schätzung des Gebetes könnte es aber vielleicht Zusammenhängen, daß er הלכות תפלה I 1 die Vier« pflichtung zum Beten für biblisch hält (vgl. M. Auerbach, Jeschurun 1924, 361). 187 H-ein ema n n!, Maimunis Lehre vom Opfer, Jüd. Wochenblatt, Frankf. 1925, S, 329. 188 More II 31; dazu Leo Strauß, Religionskritik Spinozas 149; Neuburger 41 und über Maimunis Schwanken in. der Beurteilung des Tuns 12 f. 189 Was Maimund הלכות לולב VIII 14 f. über die Beteiligung der geistigen Größen an der Festesfreude nach dem Talmud wieder,gibt und was er selbst über die Pflicht aller zur Teilnahme an frohem Gottesdienst hiinzufügt, steht mit seiner Theorie nicht gerade in logischem Widerspruch, da er vor« wiegend vor Dünkel und Vornehmtuerei warnen will, ist aber gefühlsmäßig mit dem Lobe des ßto; ö£0־jp7]T1xo<; ebenso schwer zu vereinbaren wie manche