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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 136

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Maimuni und die arabischen Einheitslehrer
Date
1935-01-01
Page
Seite 136 (sequence 35)
Language
German
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136 Isaak Heinemann daß er zwar die Unempfänglichkeit der Menge für die letzten Erkenntnisse weit schärfer betont, der Philosophie aber durch den Verzicht auf den grundlegenden Charakter der Schöp« fungslehre und durch die scharfe Betonung der Unvergleich« lichkeit göttlicher und menschlicher ״Einheit“ erheblich stärker Rechnung getragen hat. 2. In bestem Einklang mit Maimunis Streben, die Grund« züge einer wissenschaftlichen Gottesanschauung zu verbreiten, steht sein Versuch, eine verständige Auffassung der Gesetze, so weit möglich, auch dem nicht wissenschaftlich Geschulten zu vermitteln. Die Frage nach dem Sinn der Gesetze liegt für Maimuni anders als für seine arabischen Vorgänger. Bei ihnen kann die Vorstellung des Poseidonios von den gottbegnadeten Gesetz« gebern ziemlich ungestört nachwirken; der Unterschied zwi« sehen der koranischen und anderen Gesetzgebungen tritt zurück; Farabi kann seinen Musterstaat im Anschluß an Platon darstellen. Maimuni dagegen unterscheidet aufs schärfste zwischen den Gesetzen der — mehr oder weniger weisen, nie aber von Gott berufenen — Führer anderer Völker und denen der Thora; jene haben, wie nach den Philosophen, nur einen weltlichen Sinn, diese einen religiösen178. Der teleologische Gesichtspunkt, also die Forderung, jedes Ding nach dem Zwecke zu verwenden, zu dem es geschaffen wurde, ist daher maßgebend für die Behandlung der Thora. Sie ist so zu be« handeln, daß sie ihre religiös«erzieherische Wirkung übt, je nach der Empfänglichkeit (also ״Weisheit“ oder ״Unweisheit“) des Lesers, an den sich die Behandlung wendet. Danach gibt es eine Art der Behandlung, die niemandem Wissens und der Macht bei' Gott und! Menschen More I 35 zunächst zu dien allgemein!!ehrbaren Erkenntnissen zu rechnen; in der Zusammenfassung S. 54, 18 — hbir. 77 b letztes Drittel erklärt er aber die Lehren von Gottes Vollkommenheit seiner Unkörp erlichkeit und seiner Erhabenheit über alles Erleiden für ausreichend. Und! selbst die Leugnung der Affekte Gottes fordert er nicht unbedingt; nach III 28 Anfang ist der Glaube an Gottes Zorn unentbehrlich. 178 Neuburger 25 ff.; Maimuni bekämpft vielleicht mit Bewußtsein die arabische Anschauung (Schahrastani 166 — deutsch I 252), daß die Thora, im Gegensatz zu Evangelium und Koran*, es nur auf äußere Ordnung absehe.

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