Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Maimuni und die arabischen Einheitslehrer
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 32)
- Language
- German
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Maimuni und die arabischen Einheitslehrer 133 solcher Äußerungen ist besonders beachtenswert neben der Milde, die Maimuni gelegentlich im Verhältnis zu Abgefallenen empfiehlt165. Den Kampf gegen religiösen Irrglauben hat man nun nach Maimuni durchaus nicht nur mit den Waffen des Geistes zu führen. Das Gebot über die götzendienerische Stadt Dt 1313 ff. wird von manchen Talmudlehrern derart verklausuliert, daß es ״nie hat verwirklicht werden können"166; nach einer Anschau״ ung sollen die Worte הכה תכה gar nur eine Erlaubnis, gar kein Gebot enthalten167. Dagegen hält sich Maimuni הלכות עכר״ם IV 4 ff. hinsichtlich der Bestrafung der Kinder durchaus an den Wortlaut der Bibel168; insofern als er die Exekution über mehr als zwei Städte für erlaubt hält, geht er, wie RAbD ihm vorhält, über die Bestimmungen der Mischna hinaus169. Sehr beachtens״ wert ist ferner, daß man nach § 6 zwei Gelehrte in die Stadt schickt, um sie zu warnen, und sie begnadigt, falls sie Buße tut RAbD findet die Begnadigung nach der Verurteilung beispiel״ Hullinj 95 h mißverstanden; eher scheint M. Sifre Dt 18g vorzuschweben, wo gilt u. a. Elieser Gen 2414. RAbD widerspricht entschieden und meint, M. habe Elieser (nicht der euch von M. übergangene Jonatanl) als מנחש im Zu״ samimenhamg mit diem Verbote des ניחוש genannt wird: Hoff mann, מדרש 30 ,110 תנאים. Aber eindeutig war weder die Haltung des taknudischen Schrifttums noch — die der Philosophen. Ibn Sine dachte über Magie sehr milde; die Mu'tazila, auf die die Almohaden gern zurückgreifen7 und natür״ lieh viele Aristofcelikar teilen) Madmunis Denkweise: Go 1 dzih er, Rieh״ tungen der Koranauslegung: 139, 3. *— Aus verwandtem Motiv deutet Mai״ muni auch die Namensänderung,. die gegen Unheil helfen soll (Rosch hasch 16b), als Zeichen der Sinnesänderung הלכות תשובה II 4. — M. Gutt״ mann macht mich mit Recht darauf aufmerksam, daß der Satz Ber. 4b כל האומר תלה לדוד בכל יום ג׳ פעמים מובטח לו שהוא בן עוה״ב von Maimuni (ה׳ תפלה VI12) wieder gegeben wird ושבחו חכמים למי שקורא זמירות מם׳ תחלים בכל יום מתחלה לדוד עד סוף הספר» Offenbar will! er einer magischen Auffassung des 145. Psalms verbeugen. 165 E1 b o g e n> o. S. 67. 166 Sanh. 111b ff.; M. Guttmann, Das Judentum und seine Um״ weit 222 f. 167 Wohl' R. Isma'eJ: Hoffmann, Das Buch Deuteronomium I 189. 168 yg1t Hoffmann a. O. über die Kontroverse der Tannaim und über die sehr geteilte Aufnahme, die Maimunis Entscheidung gefunden hat. 169 Ebenso Mor-e I 54, wo er an die Tradition nicht gebunden ist.