Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Maimuni und die arabischen Einheitslehrer
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 27)
- Language
- German
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128 Isaak Heinemann auch Maimuni. Wenn Antigonos aus Socho lehrte, daß man Gott dienen solle, ohne Lohn zu erwarten, so hatte er zwar Recht; aber die Weisen haben ihn mit Fug getadelt, weil er diese Ansicht der Menge mitgeteilt hat. Dieser Glaube an die Unempfänglichkeit der Menge für die letzten Wahrheiten hat sich bei Maimuni im Laufe der Jahre unzweifelhaft verstärkt. Seine Worte, er habe auf die Erklärung der דרשות (er gebraucht das hebräische Wort) verzichtet, da die (philosophisch) Un« wissenden unter den Theologen, denen jede Erkenntnis des Wesens der Dinge fehlt, ja keine Schwierigkeit in ihnen finden (More I S. 5f. hbr. 6b), und sein Vorsatz, nur für solche zu schreiben, die durch den Widerspruch zwischen Wissenschaft und Wortsinn in Verwirrung geraten sind (S. 6 hbr. 6b f.), dem ja auch der Titel des Buches entspricht, erinnert durchaus an die S. 112 erwähnte Forderung Ibn Roschds, die buchstaben« gläubige Menge, als in ihrer Weise ״gesund“, in Ruhe zu lassen und sich nur der wirklich ״Kranken“, der ohnehin Zwei« feinden, anzunehmen. Die tiefe Sorge, daß sein ״Führer“ man« eben Unreifen in ״Krankheit“ stürzen könne, aus der es bei seiner Begabung keine Heilung gibt, spricht nicht nur aus den Warnungen ungeübter Leser in den Vorreden und Stellen wie I 5 (mangelhaftes Schauen der Edlen), 31 ff., II14 Anfang, son« dem noch eindringlicher aus dem Aufbau des Werkes, welches, auf Kosten mancher Widersprüche (S. 13, 13 hbr. 13a), zu« nächst nur Deutungen gibt, die auch der minder Gebildete ver« stehen kann, und nur demjenigen, der sich durch streng philo« sophische Darlegungen hindurchgelesen hat, die Antwort auf die letzten Fragen des Glaubens bietet. So ernst also Maimuni die Bedenken der Philosophen wür« digt, so wenig kann er sich mit deren Haltung zur Volksbil« dungsfrage völlig zufrieden geben. Zwar wer Talmudstellen auch Farabi o. S. 115, dessen! ״Selige" allerdings doch wohl! mehr die Merk« male der Mystiker tragen, wärend Ihn Sana an Philosophen denkt. Die Übernahme dieser Abstufung durch einen jüdischen Denker erscheint um' so begreiflicher und berechtigter, da sich Maimuni nicht nur auf die Abhebung Abrahams, etwa von einem Hiob, berufen konnte, sondern eine ähnliche Stufenleiter schon inv Midr. Tehil'li. 8r 6 findet. Anders wendet die Aufklärung diese Staffelung: vgl), Leasings ״Erziehung des Menschengeschlechts".