Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Maimuni und die arabischen Einheitslehrer
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 24)
- Language
- German
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Maimuni und die arabischen Einheitslehrer 125 fasser des Schir hajichud126 und die Kabbalisten von Safed127 in den Ruf des Pantheismus gebracht haben, konnte Ibn Roschd kaum neigen128 mit Rücksicht auf die zwar kurze, aber doch dem Philosophen ausreichende Bezeichnung Gottes als Schöp« fer129, die eine personalistische Fassung zweifellos beweist. Ausschlaggebend für seine Beurteilung mußte die Behandlung der Attribute sein. Es heißt in der von Goldziher übersetzten Formel, fast genau mit der obenangeführten übereinstimmend: nicht kann man von ihm aussagen weder das Wanken noch die Bewegung, nicht die Veränderung und das Aufhören, die Unrwissen״ heit und den Zwang, die Unmacht und das Bedürftigsein — sondern sein ist die Macht und Erhabenheit, Majestät und Vollkommenheit, Allwissenheit und Freiheit, Herrschaft und Unabhängigkeit, sein ist das Leben! ׳und Bleiben, und ihm geziemen die schönen Namen130. Obwohl also nach dem vorhergehenden ״die Gedanken dicht Gott bestimmen, der Verstand ihn nicht erreichen, die Vernunft nicht beschreiben kann“, werden ihm doch tatsäch« lieh nur diejenigen Attribute abgesprochen, die einen Mangel bedeuten; von der Leugnung der Attribute schlechtweg, zu der bereits der Kalam hindrängte, ist auch in dieser Glaubensformel nicht die Rede. Noch deutlicher spricht die volkstümliche von Gottes Leben, Bestand, Reichtum und Macht. Auch in bezug auf den praktischen Teil der religiösen An« forderungen schlagen die Almohaden einen Mittelweg ein. Sie begnügen sich nicht mit naiver Übung, verlangen aber weder Gelehrsamkeit noch Anwendung der Logik. Das Volk soll sich an einfache Regeln halten, diese aber in religiösem Geiste üben. Als Quellen des Religionsgesetzes kennt Ibn Tumert ״nur drei Instanzen“: Kitab, sunna, idschma131; er schließt also ins« 126 Vgl. Mose Taku a. O. S. Bl. 127 Vgl׳• die Diskussion über Cordbveros Pantheismus zwischen Ho r o« de t z k y und Scholem MGWJ 1932, 167ff. 128 Vgl. ־über die allgemeine Anerkennung mystischer Ausdrücke, wie: ״ich (Gott) bin sein Auge“ G o ldi z i he r, Vorl. 42. 129 G o 1 dl z) i h e r gibt die Überschrift ♦תוחיד אלבאר^ סבחאבה nur mit den Worten! ״Das Einheitsbekenntnis“ wieder. 130 Koranzitat: Sure VII 179, XX 7: Goldziher, Zahiritert 151; I, T. 53. 181 Goldziher, Mat. 93. Über Idschma vgl. Goldziher Vorl. 52 u. ö.