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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 121

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Maimuni und die arabischen Einheitslehrer
Date
1935-01-01
Page
Seite 121 (sequence 20)
Language
German
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Maimuni und! die arabischen Einheitslehrer 121 en font une condition sine qua non de la foi musulmane'103. Nun haben sich freilich die Almohaden weit schärfer von den Philosophen als von den hemmungslosen Aufklärern abgehoben. Ibn Tumert macht allen denjenigen den Vorwurf des scTiirk“*104, welche Gott körperliche Eigenschaften zuschreiben und sich auf den Wortsinn von Koran und Traditionstellen berufen, deren übertragene Auslegung sie ablehnen105. Ja, im Anschluß an eine Seitenströmung der asch britischen Schule wendet er den Begriff des Kafir106 mit all seinen furchtbaren Konsequenzen nicht nur auf solche an, die einen falschen Gottesbegriff haben, sondern auch auf Herrscher, die ihn dulden107, und predigt gegen sie den ״heiligen Krieg" (Dschihad). Naturlieh ergab sich von hier aus das Bedürfnis, die Anforderung an den Glauben in ausführlichen Bekenntnisformeln auszusprechen, um den Kafir von dem Gläubigen zu unterscheiden; zwei solche Formeln hat Ibn Tumert verfaßt108 und zwar zunächst in der berberischen Volkssprache der ersten Anhänger seiner Bewegung; sie waren also zur Massenverbreitung bestimmt. Die Unerbittlichkeit des Kampfes für den rechten Glauben, durch welche sich Ibn Tumert insbesondere von Ghazzali109 scharf unterschied, kennzeichnet die äußere Erscheinung seiner Bewegung. — Damit hängt zusammen, daß die Almohaden niemals, wie die Philosophen, zweierlei Glaubensbekenntnisse aufgestellt oder der Masse irgend welche Erkenntnisse grundsätzlich vorenthalten haben. Immerhin spricht auch Ibn Tumert zu der Allgemeinheit nicht ganz so, wie zu den Gebildeteren. Goldziher hat zwei Fassungen seiner Bekenntnisformeln veröffent- 103 I. T. 81 f. 104 Inhaltlich entspräche שיתוף; doch vgl. üher die viel schärfere Auffassung im Islam Goldziher, VorL 41 und (betr. des Kalam) 107. 105 Goldziher, Mat. 69. 106 Der wahrscheinlich aus dem Judentum übernommene (J o s. Horovitz, Koranische Untersuchungen 1926, 59f.) Begriff des Leugners hat im! Islam einen, noch schärferen! Klang: d!er K. ist vogelfrei (Goldziher I. T. 57; vgl. •auch Vod'v Blättweiser unter Kafir). 107 Goldziher I. T. 59ff. 103 Goldziher, Mat. 72; ZDMG 1890, 168 f. 109 Goldziher, I. T. 82.

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