Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Maimuni und die arabischen Einheitslehrer
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 120 (sequence 19)
- Language
- German
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120 Isaaik Heinemann so ist das insofern nicht richtig־, als die Philosophen die beiden Fragen (nach Anthropomorphismen und Gesetz) gesondert lösen und als bereits in ihren Quellen Mythen und Gesetze für die geschichtliche Zeit gesondert behandelt wurden. Aber allerdings tritt schon in den Quellen eine Verschwisterung beider deutlich hervor, da beide zu gleichen Zwecken von den gleichen gottbegnadeten Volksbildnern geschaffen wurden und auch beide eine einheitliche Grundlage haben: den Urlogos, der zugleich Nomos ist. In dieser Anerkennung einer gemein« samen Wurzel für Glauben und Tun macht sich freilich der Vollsinn von vopog geltend, von dem ja auch vofii^co .,glauben"' abgeleitet ist; diesen Vollsinn hat das griechische Wort wohl mit תורה, aber nicht mit lex noch mit Gesetz gemeinsam; selbst« verständlich steht es auch dem Begriff des Korans101 näher als dem des Evangeliums; insofern hatten Juden und Araber ein besseres geschichtliches Recht als Christen und Männer der Aufklärung, sich den griechischen Begriff zu eigen zu machen. f) Die Almohaden gehen natürlich nicht auf neue grie« chische Quellen zurück; sie kombinieren und verarbeiten aber die Anschauungen ihrer Vorgänger in eigener Weise. Wir geben ihre Gedankengänge wieder, ohne zu berücksichtigen, wie weit ihre Umformung rein sachlich, wie weit sie durch prak« tische politische Erwägungen begründet ist. Ihre Stellung zur Frage der Anthropomorphismen kenn« zeichnet Ibn Roschd: ״die Almohaden haben das gemeine Volk in der Erkenntnis Gottes auf einen Mittelweg geleitet, welcher höher liegt als die Niederung gedankenloser Nachbeterei, aber dennoch näher als das Wirrsal der Mutakallimun; sie haben die Auserwählten auf die Notwendigkeit des vollkommenen spekulativen Eindringens in die Prinzipien der Religion auf« merksam gemacht"102. Goldziher findet diese Kennzeichnung tendenziös und un« genau. ״Dans les idees de l'ach'arisme intransigeant, auquel avait adhere Ibn Toumert, cette antithese n’apparaissait nulle part. Ibn Toumert appartenait bien plutöt ä cette categorie des gens, qui apportent leur tawilät ä la foule des 'aoüamm et qui 101 Nach Sdiahrasitani 166 — I 252 der Übers, enthält die Thora Satzungen der äußeren Ordnung, das Evangelium Satzungen׳ der inneren Ordnung., der Koran beide. 102 Goldziher, Materialien zur Kenntnis der Almohadenbewegung, ZDMG 1887 (im folgenden Mat.), 97, 4.