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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 119

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Maimuni und die arabischen Einheitslehrer
Date
1935-01-01
Page
Seite 119 (sequence 18)
Language
German
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Maimuni und die arabischen Einheitslehrer 119 also ein aus stoischer Quelle stammendes Zitat, vielleicht gut״ gläubig, in einer Weise angeführt, daß der Leser es für einen Satz aus der Traditionsliteratur nehmen mußte. Auch wenn Dschubbai ״ein durch die Vernunft gegebenes Gesetz annimmt und das prophetische Gesetz auf Maß״ und Zeitbestimmung be״ schränkt, zu denen Vernunft und Denken nicht gelangen können^97, so entspricht das genau jener Auffassung der Stoa von dem Verhältnis des allgemeinen Gesetzes zu den besonde״ ren Gesetzgebungen, die sich insbesondere in einer Schriften״ reihe Phiions geltend macht98. Die Untersuchung der Lehre der arabischen Philosophen führt also von zwei verschiedenen Standorten aus zu dem glei״ chen Ergebnis, daß der Ursprung jener Anschauung von Ge״ setzen und Gesetzgebern im Gebiete der Stoa zu suchen ist, und bestätigt unsere anderwärts99 ausgesprochene Meinung, daß neben den Einflüssen des Aristoteles und des Plotin auf das arabisch״jüdische Denken die Einwirkungen der Stoa, zu״ mal der platonisierenden, nicht vernachlässigt werden dürfen. Es ergibt sich für unser besonderes Problem weiter, daß die Zusammengehörigkeit der beiden Fragen nach dem Recht der anthropomorphen Gottesvorstellungen und demjenigen der Ge״ setze, die in der seitherigen Forschung kaum zur Geltung kam, sachlich wie geschichtlich begründet ist. Wenn Leo Strauß meint, daß die jüdischen Philosophen des Mittelalters nicht wie die modernen ״von der abgeleiteten Idee des Naturrechts, son״ dern von der ursprünglichen, antiken Idee des Gesetzes als einer einheitlichen, totalen Ordnung des Lebens geleitet sind"100, 97 Sdhabrastani 55 — 1 82 der Übers. 98 Es sind! die Schriften dies 4. und 5. Bandes der kritischen Ausgabe mit Ausnahme der vita Mosis. Zuerst werden die Patriarchen als Verkörpe״ rung des ungeschriebenen Gesetzes behandelt, sodann die 10 Gebote als dessen. Unterteile, dann als deren Unterteile die Einzelgesetze. Auch den Worten des oben erwähnten Rechtslehrers ״Licht auf Licht“ (Goldziher teilt leider den! Text nicht mit) liegt die griechische Lehre (Hein-emann I 72, 1) zugrunde, daß Gleiches nur durch Gleiches erkannt werden kann: Nachwirkungen auf Gabirol besprechen: K a u f m a nn, Studien über G., 1899, 54 und S. Horovitz, Psychologie Gabirols 1900, 134• die besondere Fassung, daß Sonnenlicht nur durch Augenlicht (auch das Auige heißt <?<£<;);erkannt werden kann, hat mit besonderem Nachdruck Poseidonios vertreten'׳ (Nachwirkungen bei Galen: Reinhardt,, Kosmos und Sympathie 188 ff.) und auf die Erkenntnis des Weltgeistes durch den Menschengeist angewandt (Sext. Emp. Math. VII 93). Daher zeigt sich auch hier eine merkwürdige Übereinstimmung mit dem hellenistischen Judentum; Goadenough hat sein soeben erschienenes Phiionbuch (New Haven 1935) überschreiben( können By light, light (nach Philon De praem. 46). 99 Lehre von der Zweckbestimmung des Menschen 1926, 94. 100 Nach S. 62 steht er dbn Grund darin, ״weil sie Schüler Platons und nicht Schüler von Christen sind“; wie weit ich zustimmen kann, ergibt sich aus dem obigen.

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