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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 112

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Maimuni und die arabischen Einheitslehrer
Date
1935-01-01
Page
Seite 112 (sequence 11)
Language
German
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112 Isaak HeinemaTtn nur kluge Mittel weltlicher Gewalthaber sind, um das Volk im Zaum zu halten. Wird dem Koran ein tieferer Sinn zugeschrieben, so fragt sich weiter, ob man ihn der großen Menge mitteilen darf oder soll. c) Diese Frage bejahen die Mutakallimun. Ihre Schriften sind durchaus für die Allgemeinheit bestimmt; der Laie muß den übertragenen Sinn der anthropomorphen Stellen kennen47, aber auch die Zweckmäßigkeit der ״Vemunftgesetze“, denen der Kalam freilich nur eine Bedeutung für unser richtiges Ver״ halten, keinen tieferen Sinn zuschreibt48: daneben erkennt der Kalam bekanntlich ״Gehorsams״“ oder ״Überlieferungsgesetze“ an49. ,;; ׳ d) Die Philosophen verneinen die Frage. Die anthropo״ morphen Stellen darf und soll die Menge wörtlich nehmen; was beim Versuch einer Aufklärung herauskommt, zeigt Ibn Thofail in einem bekannten Lehrroman; Farabi, Ibn Sina, Ibn Roschd stimmen darin überein, daß es Unrecht ist, den philosophisch Ungebildeten in die wahre Gotteserkenntnis einzuführen50. Nach letzterem sind sowohl die Naiven gesund, für die es kei״ nen Zweifel am Wortsinn gibt, wie die Denkenden, die den Zweifel überwunden haben; nur die (nicht sehr zahlreichen) Zweifelnden bedürfen der Heilung durch die Belehrung der Philosophen51. Besonders wichtig ist der Glaube an die kör״ perlichen Leiden und Freuden im Jenseits, den Mohammed nur gelehrt hat, um die Beduinen zum Gehorsam gegen das Gesetz anzuleiten52. Denn selbstverständlich soll die Menge das Ge״ setz, das von gottbegnadeten Männern aus Gründen des Ge״ meinwohls verordnet (also nicht im strengen Sinne offenbart) 47 G 01 diziih e r, Vor]!. 115. 48 G o 1 d z i h e r, Kitab 23*; Jul. Guttmann 460. 49 Goldzih er a. O. 60 G alid'zi'h e r, I. T. 74 f. , 51 G a u t h i e r, La theorie d’ Ibn Roschd! 114. 52 D e B o e ry Geschichte der Philosophie im Islam 129 nach Ibn Sina.

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