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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 108

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Maimuni und die arabischen Einheitslehrer
Date
1935-01-01
Page
Seite 108 (sequence 7)
Language
German
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108 Isaak Heinemann neue Sprachgebrauch hervor; und wenn auch die Ausführung des Begriffes יחוד an das Schema anknüpft und wesentlich via elationis erfolgt, so läßt sie doch erkennen, daß die Ablehnung der Körperlichkeit durchaus unter den Begriff der ״Einheit" fällt. Als Vorgänger in der Bekämpfung des Anthropomorphismus be״ zeichnet er Saadja (S. 8 unten); aber natürlich mußten auch die neuplatonischen Einflüsse, die auf diesen Kreis der deutschen Mystiker wirkten32, die Neigung zur Heraushebung Gottes über alles menschliche Begreifen noch verstärken. Aus gleichem Kreise stammt שיר היחוד, dessen Titel gleichfalls den Einfluß des neuen Sprachgebrauchs verrät33; neuere Untersuchungen haben den Einfluß der Philosophen, den schon mittelalterliche Gegner spürten34, auf Inhalt und Ausdruck35 erwiesen36. 4. So gewiß aber die Unmerklichkeit, mit welcher der Be״ deutungswandel der altehrwürdigen Worte לסד und יחוד sich vollzog37, zur Rezeption und zur Legitimierung des philosophi״ sehen Einheitsbegriffes beitrug, so haben doch auch die ara״ bisch schreibenden Denker die Verwandtschaft des hebräischen und des arabischen Ausdruckes38 gespürt; und gerade ihnen konnte eine rein numerische Auffassung der Worte י״י אחד nicht genügen, da sie den (auch sie stark beschäftigenden) Unter״ schied vom Christentum nicht zum Ausdruck brachte39. Daher 32 Scholem׳ MGWJ 1931, 172 ff. 33 Der Titel1 darf durchaus mit ״Einheitsg!esan,g“ wiedergegeben werden (nicht ,7Lied des Einbeitsbekenntnisses“); vgl. Lied 2 הגנו על יתודך יומם ולילה עדיך, Lied 3 להויתך אין חסרון וליחודך אין רתרון. 34 Mose ben Taku: אוצר נחמד III 81; Berliner, Der Einheitsgesang (1910) 9 (auch über Saadja alls בעל לשון חדש)• Weiteres über ihn; bei Tyko״ cinskiin: Germania Judaica 1934, 430. 35 Bloch MGWJ 1870r 452, der weiteres anführt; Ber 1 inier a. O. . 36 Der kabbalistische Gebrauch von יחוד unio und Mittel zu ihrer Erreichung hat uns hier nicht zu beschäftigen. 37 Noch ein׳ mit so scharfer Lupe arbeitender Sprachforscher wie Bacher, MGWJ, 1910, 732 meint, dai die Bedeutung von "W In Ihn Tibbons Bachja״ÜberSetzung ״aus der alten Traditionsldteratur herstam:mt'\ 38 Vergleiche der hebr. und arab. Terminologie finden sich schon bei Saadja: Jacob Gu!ttma׳nn S. 123. 39 Den Anspruch des Christentums, Gottes Einheit zu! lehren, bestreitet natürlich auch der Islam, z.T. it\ philosophischer Darstellung: E. Fritsch, Islam und Christentum im Mittelalter 1930, 102 ff.

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