Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Maimonides als Erzieher
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Maimonides als Erzieher 95 ein Überrest des überwundenen Götterglaubens, in dem die Sterne als Götter walten. Das hat auch Maimonides erkannt und die Astrologie bekämpft. Das Glück oder das Unglück des Menschen hänge nicht von den Sternen ab, sondern entspreche dem Tun des Menschen, das von Gott gerichtet wird. Mögen auch einige Rabbinen der Meinung gewesen sein, daß das Schicksal der Menschen von Sternen beeinflußt werden könnte, so gelte doch, wie Maimonides erklärt, der Grundsatz, man solle die eigene Meinung nicht aufgeben, denn ״der Mensch habe seine Augen nicht hinten sondern vorne''. Im Send״ schreiben von Jemen forderte Maimonides: ״Schaffe die Astro״ logie aus deinem Herzen fort, halte deinen Sinn von ihr frei, reinige deinen Geist von ihr, wie man Kleider vom Schmutz reinigt. Das ganze Gebäude der Astrologie erscheint dem wahren Weisen unhaltbar, selbst wenn er an die göttliche Lehre nicht glaubt, um wieviel mehr muß es dem Anhänger der göttlichen Lehre als Wahn erscheinen"21. Maimonides hat den Aberglauben in allen seinen Formen bekämpft. ״Alle diese Dinge", schrieb er, ״sind eitel Lug und Trug, womit die Völker sich irreführten; Israel aber sollte ein weises Volk bleiben und von solchem Spuk sich fernhalten, der nicht nützt und nicht schützt"22. 5. Maimonides, der in der Literatur des Aberglaubens be״ wandert war, erkannte, daß der Aberglaube zumeist von außen in das Judentum gekommen war, und er bemühte sich, ihn aus״ zurotten. Er hatte viel über die Sitten heidnischer Völker ge״ lesen und suchte viele biblische Gebote als Protest gegen das Heidentum zu erklären. Maimonides war von dem Glauben an die Hoheit der jüdischen Religion erfüllt. In ihm war Glaubens״ stolz. Immer war er bemüht, die Ehre des Judentums vor Ver״ unglimpfung und Herabwürdigung zu schützen. In der Syna״ goge von Kairo pflegte die Gemeinde, nachdem sie leise die Tefilla gebetet hatte, der lauten Wiederholung der Tefilla durch den Vorbeter nicht mehr mit Andacht zuzuhören. Da die Mo״ hammedaner über das Fehlen der Andacht im jüdischen Gottes״ 21 Kobez n 26 ab, II 5 b. 22 H. Akkuxn 11, 16.