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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 94

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Maimonides als Erzieher
Date
1935-01-01
Page
Seite 94 (sequence 6)
Language
German
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94 J. Bergmann Wo die Weisen des Talmud von einem ״bösen Geist" sprachen, dort dachten sie, wie Maimonides erklärte, an eine Art von Me״ lancholie oder an ein Übel, das nicht von Menschen ausging18. Den Glauben, daß man mit Hilfe der Gottesnamen Geister ver״ treiben oder Wunder bewirken könne, stellte Maimonides als ״Wahnsinn" hin. Über die Amulettenschreiber, die verschie״ dene Namen herstellten und solche für wunderwirkende Gottes״ namen erklärten, meinte Maimonides, ״einem vollkommenen Menschen gezieme es nicht, solches Geschwätz anzuhören, noch weniger, daran zu glauben". Darum erklärte er auch, daß alle, die auf die Mesusa, um ihre schützende Kraft zu erhöhen, Got״ tes״ oder Engelnamen schreiben, am ewigen Leben keinen An״ teil haben werden, weil sie die Mesusa zu einem Amulett herab״ würdigen. Darum zählte auch Maimonides alle, die sich beim Besprechen einer Krankheit eines Schriftverses bedienen, zu den ״Leugnern der Tora", weil sie die Heilige Schrift als körper״ liches Heilmittel betrachten, während sie ein Heilmittel für den Geist sein soll19. Bei allen Völkern war es üblich, ״heilige Bücher" aufzu״ schlagen, um in ihnen die Zukunft zu lesen. Die Chinesen ver״ wendeten dazu das ״Buch der Wandlungen", die Griechen die Werke Homers, die Römer die Schriften Vergils und die sibylli״ nischen Bücher, die Christen das Evangelium und die Moham״ medaner den Koran. Das einem heiligen Buch entnommene Wort galt als Örakelspruch und ZukunftsVerkündigung. Auf die Anfrage, ob es einem Juden erlaubt sei, die ״Bücher unserer Tora" aufzuschlagen, um aus ihnen Anderen, auch Nichtjuden, die Zukunft zu prophezeien, antwortete Maimonides, daß ein Jude, der solches tue, den Namen Gottes entweihe20. Weit verbreitet war der Glaube, daß Planeten und Sterne in das Schicksal der Menschen eingreifen und daß Tage und Zeiten das Glück oder Unglück der Menschen beeinflussen können. Dieser Glaube, der von den Babyloniern ausging, war 18 Miscbnakommentar zu Sabb. 2, 5 und! Erub. 4r 1. Vgl. Finkei״ scberer-45 f; - ־ ־ . 19 Mischnakommentar zu Sota! 7r 6; More 16; H. Tefillin 5, 4; H. 1Akkum lly 11. 20 Responsa edi. Fr. 344 N. 34. י

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