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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 93

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Maimonides als Erzieher
Date
1935-01-01
Page
Seite 93 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Maimonides als Erzieher 93 Jahre nach dem Heimgange des Maimonides konnte Jedaja Pe״ nini13 erklären, unter seinen jüdischen Zeitgenossen sei dank Maimonides der Glaube an die Körperlichkeit Gottes ausgerottet Ebenso konnte Mose Alaschkar Maimonides nachrühmen, ״nur durch sein Verdienst und infolge seiner glänzenden Schriften sei der Wahnglaube von der Verkörperung Gottes so sehr aus dem jüdischen Volke geschwunden, daß niemand an ihn denke oder ihm sich hingebe14. 4. Wie Maimonides den Gottesglauben der ״Menge'" von jeder Vermenschlichung zu einigen sich bemühte, so war es auch sein Bestreben, im Volke den Aberglauben auszurotten15. Die Juden in Ägypten huldigten nichtjüdischen Bräuchen und führten bei ihren Hochzeiten eine Art Mummenschanz auf. Dabei bedeckte die Braut ihr Haupt mit einem Turban oder Helm, nahm ein Schwert in die Hand und führte, in dieser Verkleidung tanzend, den Zug der Hochzeitsgäste an. Dagegen ließ sich der Bräutigam nach Weiberart aufputzen. Durch den Kleidertausch sollten die neidischen Dämonen getäuscht werden, die nach dem Glauben des Volkes dem Brautpaare am Hochzeitstage auflauem. Diesen abergläubischen Brauch, von dem das Volk lange nicht lassen wollte, und an dem selbst bedeutende Männer festhielten, hat Maimonides beseitigt16. In Ägypten sah Maimonides noch eine andere Form des Aberglaubens. Dort pflegten jüdische Eltern um den Hals ihrer Kinder ein Silber- oder Goldblech zu hängen, in dem der 3. und 91. Psalm, die ״Lieder gegen die Dämonen" eingeritzt waren. So glaubten sie, von ihren Kindern die Geister, von denen sie bedroht werden, femhalten zu können. Auch diesen abergläubischen Brauch hat Maimonides bekämpft17. Maimonides ließ weder den Glauben an böse Geister noch den Glauben an die wunderbare Kraft der Gottesnamen gelten. 13 Salomo b. Aderet Resp. N. 418, vgl. Kaufmann Attributeniebre 497 f. 14 Hassagot gegen Schemtob ihn Schemtob edi. Ferrara 1559, 9 b; vgl. Kaufmann!, Attributeniliehre 498. 16 Israel Finkeischerer, Mose Maimunis Stellung zum Aberglauben und zur Mystik, Breslau 1894• 16 Kobez I 51 c. 17 Responsa ed Fr. 5 N. 5.

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