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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 87

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Brief des R. Moses an seinen Jünger Josef b. Jehuda ibn Aknin,
Date
1935-01-01
Page
Seite 87 (sequence 7)
Language
German
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Brief dies R. Moses Ben Maimon 87 diktion beim Anblick jüdischer Grabstätten zu erbringen8,, so wäre es immer noch besser um ihn best eit gewesen;, als wenn er über das Wesen der Seele und die Ansichten der Philosophen redet. Ich vergleiche ihn aber mit Leuten, die!größer sind als er und noch mehr als er schwätzen. Zweifellos hat er nur das Geschwätz anderer nachgeschwätzt. C. Ich erhielt aus Jemen einen Brief über den gleichen Gegenstand und habe ihnen geantwortet. Diese Leute haben ja die ,,künftige Welt'" mit den ״Tagen des Messias" zusammen geworfen, obwohl, wir uns darüber genügend im Perek Chelek9 ausgesprochen und es an den entsprechenden Stelen dargelegt haben. Wir haben genau diejenigen auf gezählt, die keinen Anteil an der künftigen Welt haben, und unter ihnen auch denjenigen׳, der die Auferstehung der Toten leugnet. Wie kann also ein Mensch mit ge״ sundem Verstände der Meinung sein, daß einer, der sich zur Religion Israels bekennt, an diesem Glaubenssatz nicht festhalte? Zu gründlich ist das bekannt und mit Beweisen belegt. Ich muß mich gleicherweise über die Worte der Fragesteller wie über die des Antwortgebers verwundern. Ebenso staune ich über Dich selbst, daß Du sagst, es ginge nicht an, die Texte der Schrift umzudeuten, in denen von der Auferstehung der Toten die Rede ist; aber wer ist es denn, der sie umdeutet, und wer soll je das vor gehabt haben? Kurz, ich will darüber einen Traktat10 verfassen, der Dir, von mir eigenhändig geschrieben, bald zugehen soll. Hiermit gehen Dir vom ״Führer der Unschlüssigen" sechs Hefte zu, die ich von einem anderen mir solange habe geben lassen. Sie bilden den Abschluß des ersten Teils. Ich hege Zweifel, ob Du schon die Ein״ leitung erhalten hast, die ich ihm beigeben werde, deswegen geht sie Dir jetzt zu. Abgeschrieben hat diese Hefte niemand außer dem frommen Richter AbüLMuhäsin. Geh entsprechend vorsichtig damit um. und laß sie nicht liegen, damit mir kein Leid zustoße von seiten der Nichtjuden* 11; auch unter Juden gibt es genug böse Menschen. Was Deine Reise nach Bagdad betrifft, die Du erwähntest, so stelle ich Dir frei, dort ein Lehrhaus zu eröffnen, Lehrvorträge zu halten und Rechtsentscheidungen zu treffen, immer allerdings unter Berücksichtigung meines Kompendiums. Nur fürchte ich, daß Du dauernd mit jenen Leuten Unannehmlichkeiten haben und jedes Ziel! nur unter großen Schwierig״ keiten erreichen wirst. Außerdem, wenn Du Dich ganz auf Lehrtätigkeit verlegst, wirst Du Deinen Erwerb zugrunde richten, und ich kann Dir nicht 8 Dazu ist Harkavy in ZfHB II 185 und Poznanski S. 34, 28 ff. zu ver״ gleichen. 9 Vgl. die Einleitung zum Mischna״Kommen׳tar zu Sanhedrin X. Vgl. auch Mischne Tora ,ה״ תשובד VIII. 10 באמר תחיית הבתים 11 Daß die Philosophen in Gefahr waren, beweist die wenige Jahre vorher erfolgte Verbrennung der Schriften des Ibn Rosd. Maimuni fürchtet auch Anklagen durch Juden.

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