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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 85

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Brief des R. Moses an seinen Jünger Josef b. Jehuda ibn Aknin,
Date
1935-01-01
Page
Seite 85 (sequence 5)
Language
German
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Brief dies R. Moses ben Maimon 85 und! niemand weiß, was sie selbst geschrieben haben. Das ist der Grund; weshalb ich die Antwort an sie bis zum äußersten Zeitpunkt zurückgehalten habe. Daß es zu dem ersten Briefwechsel kam, liegt daran, daß ein Mensch wie ich für seine kleinsten Taten Rechenschaft schuldet. Man hat mir nämlich verübelt, daß ich einen Mann anerkannt habe, von dessen Art ich keine Vorstellung habe, und von׳ dem ich nicht wisse, was er tut und treibt, von dem es heißt, daß jeder Schriftgelehrte sich voll Abscheu vor einem solchen ,,Exilarchen'4 zuirückziehe6. Nun, ich kann es durch Beweise erhärten, daß ich ihn anerkannte auf Grund des Zeugnisses eines meiner Schüler, in dessen Religiosität und Wissen ich das höchste Vertrauen setze, und] auf das Zeugnis eines seiner Landsleute, nämlich des Abu! Ridä ibn Taibün, den ich über seine Religosität und seinen Lebenswandel befragte. Sie rühmten ihn sehr, und erst dann erkannte ich ihn an. Was diesen Brief angeht, den ich schrieb; so hegte ich nur diese Absicht, gab ihm darin nur den Rat, den Streit beizulegeni und die Gewißheit, daß er einen Vater (Annehmer?) besitzt. Indessen, Deine Würde ist nicht seine Würde, und seine Würde ist nicht Deine Würde. Ich habe mich gewappnet gegen alles, was Du, mein Sohn, geraten hast, denn Dü weißt, wie bescheiden ich bin gegen jedermann und wie ich mich auf den Boden auch des Geringsten stelle. Aber ich gehe in diesem Brief von meiner Art ab, um Dich zurechtzuweisen. Vor allen Dingen verlange ich von Dir, mein lieber Sohn, um Gottes״ willen und meinetwillen eines: mache diesen Mann nicht zu Deinem Wider« sacherl ״Ist auch Weisheit nicht vorhanden, so ist doch Alter vorhanden44, und es ziemt sich nicht für einen jungen Mann wie Dich, gegen einen alten Mann, der einem Lehr haus vorsteht, schroff aufzutreten. Gott möge Dich davor bewahren, jemanden zu demütigen, den die Menschen hachschätzenl Dagegen vermahne ich Dich, Achtung zu haben auch für den, der in den Augen der Menschen gering ist. Laß Dich aber nur nicht davon anfechten, daß er gegen Dich seine Zunge losgelassen hat in einem für die Öffentlichkeit bestimmten Briefe; denn gibt es wohl einen, der geschlagen wird und nicht aufschreit? Denke doch daran, daß Du ihm viel geschadet hast, ihn um seinen Ruhm gebracht und seines Ansehens beraubt hast. Ohne Dein Eingreifen wäre der Exilarch in seinen Händen wie ein Küchlein in den Krallen eines Habichts gewesen. Wenn er!aber in der Sache des Get und anderem über Dich Verleumdungen ausstreut und darüber herfällt, so verlange doch nicht, daß einer, den Dü schädigst, Dich liebt und lobt. Es will auch nichts heißen, wenn Dü Dich fragst: Ja, wo bleibt denn da die Frömmigkeit? Denn für diesen und seines״ gleichen, die ihm, größer als er, vorangegangen sind; besteht die Frömmig״ keit, genau wie für die große Masse, nur in der Scheu vor den groben 6 Dieser Absatz ist von Poznanski S. 32 wie von allen seinen Vor״ gängerm mißverstanden worden und erst jetzt klar gesteht, vgl; oben S. 79

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