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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 84

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Brief des R. Moses an seinen Jünger Josef b. Jehuda ibn Aknin,
Date
1935-01-01
Page
Seite 84 (sequence 4)
Language
German
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84 Heinz Wolff Übel. Ich für mich brauche keinen־ Triumph, denn Ehre und Charakter heißen für mich: Abkehr von den Unwissenden, nicht aber Triumph über sie mit der Zunge. ״Und die Ehre eines Toragelehrten fordert der Heilige, gebenedeiet sei Er, selbst ein“I Du, mein Sohn, bist allerdings zu entschuldigen, wenn Du es nicht ertragen kannst, da ich Dein Vater und! Meister bin; und ich empfinde Deinen Schmerz und Deine Aufregung mit. Hast Du erst, so Gott will!, gelernt, lehrst Du dann die Verständigen aufmerken und verstehen, zeigst ihnen das für sie Gute und bringst der Menschheit dadurch Nutzen, so soll das mir und Dir wertvoller sein als der Kampf mit jenen. Was diesen Mar Secharja betrifft, so ist das ein sehr beschränkter Mann, ein Autodidakt, der sich mit der Talmudinterpretation abgequält hat und nun! meint, er sei einzig in seiner Zeit und habe es zu Rang gebracht- Wie soll ich mich um einen armseligen Gelehrten kümmern, der in Wirklichkeit nichts weiß? Für mich ist er wie ein Neugeborenes, nur das Maß seiner Unwissenheit entschuldigt ihn. Dies Gerede aber, das sie über den Mischnakommentar machen!, hat ganz allein darin seinen Grund, daß ich in ihm Stellen verbessert habe. Der Schöpfer der Welt weiß es, daß die Fehler hauptsächlich daher rühren, daß ich mich nach den Gaonen gerichtet habe, wie nach R. Nissim in Megillat Setarim und R. Chefez (sein Angedenken zum Segen), im Sefer Hammizwot und anderer, die ich nicht alle aufführen mag. Aber selbst wenn ich im Irrtum wäre, so behaupte ich ja weder, daß ich der Weisheit letzten Schluß gefunden habe, noch, daß ich nie geirrt habe. Immer aber, sobald ich mich von der Richtigkeit des Gegenteils irgend einer Sache überzeugt habe, bin ich von ihr abgegangen, ob es nun um mein Werk oder meinen Charakter ging. Da bekam ich auch schon einen Brief von ihm voll tiefer Unterwürfigkeit und Unschuldsbeteuerung. Ich weiß, daß er es auf meine Ant« wort abgesehen hat, die er vorweisen will׳, um damit zu prunken, da unbekannt ist, was er mir schrieb. Der eigentliche Zweck seines Briefes war, das Oberhaupt der Akademie (Samuel) zu preisen: er sei einzig in allen Zeiten^, und man wünsche in Bagdad seine Anerkennung, jeder, der je seine Rede gehört und ihn gesehen habe, wisse, daß man ihn nicht bekämpfen dürfe. Er führt dann weiter aus, wie alle Großen des Maghreb unaufhörlich die Akademie ehren, und verlangt von uns das Gleiche und noch mehr. Ebenso erhielt ich einen zweiten Brief vom Oberhaupt der Akademie, in welchem er sich mir gegenüber in großen Lobeserhebungen über diesen Mar Secharja und seine Intelligenz ergeht; ״die vier Ordnungen des Talmud“ beherrsche er auswendig. Er brauchte noch viele Worte im gleichen Sinne. So machen, sie sich gegenseitig Komplimente. Ich aber kenne das Ziel all dieser armseligen Leute und weiß, daß sie es nur auf eine Antwort von mir abgesehen) haben. Unbedingt aber muß sich der Mensch in seinen Briefen an die Schicklichkeit halten! und[, wenn es schon nicht angeht, die Nebenmenschen in mündlicher Rede zu beleidigen, wie darf man es mit Briefen, die verbreitet werden, können? Sie wollen dadurch Ehre einheimsen.

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