Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Moses ben Maimons Persönlichkeit
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2829132-2830007-2830010-2839340--53261-2839387- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Moses ben. Maimons Persönlichkeit 79 gefunden; im Brief an Josef ben Jehuda wird auf das Für und Wider angespielt, der ganze Streitfall aber von dem Meister mit der Bemerkung, daß alle seine Gegner seine Unterscheidung zwischen Auferstehung der Toten und der kommenden Welt nicht verstanden haben, und dem Hinweis auf die bevorstehende Versendung seines Traktats über die Auferstehung45 erledigt. V. Die letzten Hintergründe dieser Erbitterung sind auch heute noch nicht aufgeklärt, es müssen in Bagdad ganz besondere Dinge vorgegangen sein, die Josef ben Jehuda zu der verzweifele ten Frage Anlaß gaben, wie denn das Verhalten der Gegner mit ihrer Religion in Einklang zu bringen sei46. Maimonides hat auch in diesem Streitfall trotz aller Heftigkeit betont, daß er von dem Wege, den die innere Demut ihm vorschreibt, nicht abweichen wolle, und seinen Jünger ermahnt, ruhig zu bleiben, lieber Kränkung auf sich zu nehmen, als solche andern zuzufügen. Das entspricht seiner Art, zu der die Lebenserfahrung und die Philosophie ihn erzogen haben; er ist ein abgeklärter Weiser mit vollem Gleichmaß der Seele. Wie er gegenüber Angriffen ruhig bleibt, so. nimmt er auch Anerkennung gelassen hin. Niemals ist einem Juden bei Lebzeiten so viel Lob ausgesprochen, solche Verehrung, man kann sagen Anbetung zuteil geworden wie Moses ben Maimon. Man staunt über die Überschwänglichkeit, mit der seine Korrespondenten ihm nahen. Vieles daran ist sicher konventionell, orientalisch übertrieben, vieles aber bewußt und beabsichtigt. Wenn die durch die Namensgleichheit naheliegenden Vergleiche mit Moses so weit gehen, daß das Bibelwort ״man glaubte an den Ewigen und an Moses seinen Diener“ auf ihn angewendet wird47, wenn seine das. S. 185 findet man Anspielungen auf dieselben Stellen aus dien Gebeten und1 dem Talmud!, auf die auch, der Brief des Maimonides hinweist. 45 Kobez II, 31c, vgl1, auch das. 16b. D'as Sendschreiben selbst Kobez H, 7c ff. Seine Abfassungszeit ist durch all diese Anspielungen deutlich klaxgestellt. In dem Schreiben wird Samuel ben Ali scharf zurüdkgewiesen. 46 Kobez II, 31b. Sehr bezeichnend ist Maimonides4 Antwort, daß diese Männer nur die ganz populäre Anschauung vertreten!, daß die Religion in dfer Vermeidung großer Sünden besteht, die feineren Regungen der Seele und die Pflicht der Selbstlosigkeit aber nicht kennen. 47 Vgl. Kobez H, 36c.