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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 75

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Moses ben Maimons Persönlichkeit
Date
1935-01-01
Page
Seite 75 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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Moses ben Maimons Persönlichkeit 75 net. Die Einleitung zum Abschnitt חל des Mischna-Kommen״ tars geht ja von solchen Verirrungen des Glaubens aus; die kleinen Schriften und Briefe, insbesondere das Sendschreiben über die Auferstehung39, lassen erkennen, welch tiefen Schmerz diese weitverbreiteten Anschauungen dem Aufklärer bereiteten — und es ist in der Tat seltsam genug, daß alle Bemühungen von jüdischer und arabischer Seite nach einer Läuterung des Gottesbegriffes so wenig erreichten. IV. An dieser Stelle war Moses ben Maimon verwundbar; und wo sich geistige und religiöse Not zum Hochmut gegen ihn vereinten, zeigte er eine Reizbarkeit, die man bei ihm sonst nicht findet. Er war nicht der Mann, der seine Werke beendet glaubte, wenn die Feder trocken geworden war, arbeitete vielmehr dauernd an ihrer Verbesserung; er war sich der menschlichen Unvollkommenheit bewußt und grollte nicht, wenn man ihn auf Irrtümer aufmerksam machte40. Nur in einem Falle nehmen wir eine Ausnahme wahr, in der Zurückweisung Samuel ben Alis, des Hauptes der Akademie von Bagdad. Schon die erste schriftliche Begegnung ist wenig erfreulich. Ob irgendeine Äußerung der Rivalität vorangegangen war, ob der Träger der alten Würde im Osten befürchtete, daß das neue Licht des Westens ihn verdrängen könnte, wissen wir nicht Maimonides muß die Anerkennung, die Samuel in seinem Schreiben für ihn geäußert hatte, als gönnerhaft und verletzend empfunden haben und antwortete darauf mit einer ironischen Schärfe, die wir bei ihm nicht vermuten würden: ״,Wenn der Gaon eine so langte Entschuldigung“ dafür vorausschickte, daß er einen Einwand gegen mich erhob und sich so lange mit Lobeserhe״ bungen für mich aufhiellt, so* möge Gott ihm das vergelten und viele er״ stehen lassen, die fromm und tugendhaft sind wie erl Aber das versteht sich eilgeniflieh von selbst bei Menschen, die in der Weisheit und in der Religion einen besonderen Rang einnehmen. Ohne Zweifel besteht beim Gaon die Vorstellung, daß ich so bin wie die meisten Menschen, die es 30 Kohez II 7c—lld!, vgl. das. 8a, was Maimonides ־über seine Erfah״ rangen inbezug auf irrige religiöse Anschauungen mitteüit Ähnliches ergibt sich auch aus der im Text erwähnten Abhandlung zu חלק SanhedrinX. 40 Vgh z. R. Kobez U 25a, 31b; I 25a׳.

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