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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 76

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Moses ben Maimons Persönlichkeit
Date
1935-01-01
Page
Seite 76 (sequence 12)
Language
German
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76 I. Elbagen nilcht ertragen können, daß j׳,emand ihre Worte widerlegt oder bestreitet. Davor hat Gott mich bewahrt, und der Schöpfer weiß es, daß selbst, wenn der geringste unter meinen Jüngern oder irgendein! Genosse oder Gegner mich wilderlegte, ich mich darüber freuen würde — vorausgesetzt, daß er einen! rechten Ein wand erhebt — und ich würde glücklich sein, wenn er mich auf etwas hinwiese7 was mir entgangen ist. Selbst wenn ich merkte, daß dieser Gegner sich im: Irrtum befindet, würde ich ihn nicht hassen und nicht Gott behüte von mir weisen*. ihm auch deshalb nicht angreifen, weil er einen Einwand vorbringt, der ihm. selbst nicht ganz klar geworden ist, zumal die Menschen ja meist eine besondere Ansicht anerkennen oder ab« lehnen, wie es ihnen beim augenblicklichem Nachdenken recht erscheint, ganz gleich, ob dieses Nachdenken richtig oder falsch war . . , Auch der Gaon, dessen Namen und Ansehen und dessen Gelehrsamkeit im; Talmud bei uns nach allen Nachrichten sehr hoch amgeschrieben ist . . soll wegen seiner Ausführungen nicht angegriffen werden, denn sie sind nicht durch ungenügendes Verständnis und nicht durch schlechtes Gedächtnis, sondern lediglich durch ungenügende Vertiefung in meine Ausführungen und durch eine gewisse Oberflächlichkeit der Erwiderung veranlaßt“41. Was Maimonides vermißt/ ist die Gründlichkeit der For״ schling, die Präzision der Begriffe; was ihn reizt, ist eine gewisse Leichtfertigkeit, mit der Einwendungen vorgebracht werden. Die Reibung aber dauerte fort, man muß in Bagdad mit dem Mischne Tora ein Doppelspiel gespielt, ihn stark benutzt und dennoch als geringwertig beiseite geschoben haben. Der Ver״ kehr zwischen Kairo, Aleppo und Bagdad war offenbar sehr rege, man wußte an dem einen Orte rasch, was am andern ge״ sprachen und geschrieben wurde, und namentlich in erregten Zeiten wechselten die Briefe häufig. Josef ihn Aknin, für die Ehre seines angebeteten Meisters entflammt, unterrichtete diesen von allen Vorgängen. Die an ihn gerichtete Antwort war bisher unsere Hauptquelle, aber sie ist furchtbar verstümmelt und ohne das arabische Original völlig unverständlich42. Danach ver״ 41 Kobez I § 156r 33a, b, ed. Freimann § 69. Über die von Samuel beanstandeten Entscheidungen muß in Bagdad vie!l: gesprochen Worden sein, da selbst Josef ibn Dschabir, der sich als einen unwissendem Mann vorstellt, ebenfalls darüber unterrichtet war, vgl׳. Kobez II 16a, b. 42 Der Brief in Kobez II 30c—31d enthält, namentlich im zweiten Teil, unerhörte Lücken und) ist an manchen Stellen völlig unverständlich. Wie Graetz, der nur diesen Text vor sich hat, ihn. vor der hebräischen Wieder״ gäbe in der׳ Einleitung zu Goldbergs ברכת אברהם den Vorzug geben konnte (VI, 303 Anm. 2}r ist ein Rätsel׳. Goldberg mag nicht gut übersetzt haben,

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