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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 69

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Moses ben Maimons Persönlichkeit
Date
1935-01-01
Page
Seite 69 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Moses hem Maimons Persönlichkeit 69 werden kann. Das furchtbare Erlebnis im Meeressturm,. die Freude über die glückliche Landung und endgültige Errettung, der tiefe Eindruck des Besuchs der heiligen Stätten finden darin lebendigen Ausdruck. Doch weder Leiden noch Unrast hatten damit ein Ende; denn auch in Palästina, das damals in Christliehen Händen war und sogar die Eroberung Ägyptens anstrebte, sahen die Söhne Maimons keine Zukunft, sie wanderten weiter, versuchten es zuerst in Alexandrien, siedelten sich zuletzt in Fostat, der Altstadt der Residenz Kairo, an. Wenige Monate nach der Ankunft verloren sie den Vater; auch sonst hatten sie trübe Zwischenfälle, darunter wahrscheinlich die gefährliche Anzeige, daß sie vom Islam abgefallen wären. Als empfindlichster Schlag folgte schließlich der Tod des jüngeren Bruders David, des Ernährers des Hauses, der auf einer Geschäftsreise nach Indien mit dem größten Teil des Familienvermögens im Meere unterging18. An die zwanzig Jahre dauerte diese ständige Unruhe, Erregung und Gefahr; sie hat Moses Maimonides Gesundheit untergraben. Nach der Ankunft in Ägypten erkrankte er ernstlich; nach dem Tode des Bruders lag er etwa ein Jahr darnieder, an Wechselfieber und Ekzemen; noch nach Jahren blutete ihm das Herz, wenn er des heimgegangenen Bruders gedachte. Seine Nerven sind zerrüttet, er bleibt ein leidender Mann. Nicht organisch krank, aber schwach, verbraucht und anfällig. Nur zu häufig erwähnt er in seinen Briefen lange und lebensgefährliche Krankheiten mit sich lang hinziehender Rekonvaleszenz, seine Kraft ist zermürbt. ״Ich bin nicht mehr wie in den Tagen der Jugend, sondern meine Kraft wankt, mein Herz ist matt, mein Atem kurz, meine Zunge schwer, meine Hand zittert, selbst einen kurzen Brief vermag ich nicht zu schreiben/' ״Auf mich könnt Ihr nicht rechnen, ich bin greisenhaft und grau, nicht infolge der Fülle der Jahre, sondern infolge stärkste,, die Datierung, kann so erklärt werden, daß sie später im Schapfungsjahre umgesetzt wurde. Die Bemierkung, daß die vollständige Abgeschlossenheit nicht Maimunis Art entsprach, verkennt diese, die dlurchaus nicht so *einseitig rationalistisch war und, wie die jedes ׳echten Menschen, der Beeinflussung durch starke Eindrücke unterlag.. 18 Brief an Jephet b. Bliahu in Akko bei Geiger 6b, Kobez IT 37c, vergl. Graetz VI 272 f.

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